Polizei-Gewerkschaft in Niedersachsen empört über pauschale Ablehnung von Besoldungsklagen
Polizei-Gewerkschaft in Niedersachsen empört über pauschale Ablehnung von Besoldungsklagen
Die Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen (DPolG Niedersachsen) hat eine aktuelle Entscheidung des Finanzministeriums des Landes scharf kritisiert. Das Ministerium lehnte pauschal alle Beschwerden gegen die bestehende Besoldungsstruktur im öffentlichen Dienst ab. Die Gewerkschaftsfunktionäre werfen dem Ministerium vor, damit unnötigen Druck auf die Gerichte auszuüben und die Spannungen am Arbeitsplatz weiter zu verschärfen.
In den vergangenen fünf Jahren (2021–2025) wurden vor den Verwaltungsgerichten Niedersachsens rund 1.200 ähnliche Klagen und Rechtsbehelfe eingereicht. Betroffen sind vor allem Lehrkräfte und Polizeibeamte, wobei die meisten Fälle in Hannover und Oldenburg verzeichnet wurden. Die Gewerkschaft argumentiert, dass die pauschale Ablehnung durch das Ministerium nun zusätzlich zu einem Stau bei den anhängigen Verfahren führe.
Patrick Seegers, Landesvorsitzender der DPolG Niedersachsen, bezeichnete die Entscheidung als "Schlag ins Gesicht" für die Beamtinnen und Beamten. Er verwies auf die weit verbreitete Verärgerung unter den Beschäftigten, die das Gefühl hätten, ihre Anliegen würden ohne angemessene Prüfung abgetan. Die Gewerkschaft kündigte zudem an, den Niedersächsischen Beamtenbund in möglichen rechtlichen Schritten gegen die Haltung des Ministeriums zu unterstützen.
Als Reaktion forderte die DPolG Niedersachsen Ministerpräsident Olaf Lies auf, einzugreifen. Die Gewerkschaft verlangt, die ministerielle Weisung zurückzunehmen und alle Beschwerdeverfahren auszusetzen, bis das höchste Gericht ein abschließendes Urteil gefällt hat.
Im Kern des Streits steht die Weigerung des Ministeriums, individuelle Besoldungsbeschwerden neu zu prüfen. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnte die Gewerkschaft als nächsten Schritt formelle Klagen einreichen. Das Ergebnis könnte Tausende Beschäftigte im öffentlichen Dienst des Landes betreffen.
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