Apothekensterben in Deutschland: Warum immer mehr Standorte schließen müssen
Apothekensterben in Deutschland: Warum immer mehr Standorte schließen müssen
Apotheken in ganz Deutschland stehen unter wachsendem finanziellen Druck, da längst versprochene Gebührenerhöhungen weiter auf sich warten lassen. Der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) warnt nun, dass weitere Verzögerungen die Arzneimittelversorgung und den Zugang der Patienten zu essenziellen Leistungen gefährden könnten. Ohne schnelles Handeln seien weitere Schließungen unvermeidbar – und die Krise, die sich bereits seit einem Jahrzehnt aufbaut, werde sich noch verschärfen, so der Verband.
In den vergangenen zehn Jahren hat Deutschland etwa 18 Prozent seiner Apotheken verloren. Allein zwischen 2021 und 2024 mussten unter der aktuellen Koalitionsregierung rund 1.600 Apotheken schließen. Trotz breiter Anerkennung des Problems hat das Bundesgesundheitsministerium seine Zusagen zur Anhebung der Apothekenvergütung bisher nicht umgesetzt.
Berend Groeneveld, Vorsitzender des LAV, betonte, dass der stetige Rückgang die öffentliche Gesundheitsversorgung aushöhlt. Apotheker bräuchten planbare Finanzierung nicht nur, um die bestehenden Leistungen aufrechtzuerhalten, sondern auch, um neue Aufgaben zu übernehmen, die für den Sektor vorgesehen sind. Die Landesregierung, einschließlich Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD), hat die Dramatik der Lage öffentlich eingeräumt.
Der Verband hat nun ein klares Ultimatum gesetzt: Werden die zugesagten Gebührenanpassungen nicht unverzüglich umgesetzt, will er die Öffentlichkeitsarbeit massiv ausweiten. Ziel ist es, deutlich zu machen, wie Apothekensterben direkt die Möglichkeit der Patienten beeinträchtigt, Rezepte zu erhalten und fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen.
Der Appell zum sofortigen Handeln kommt zu einer Zeit, in der Apotheken nach Jahren der finanziellen Stagnation um ihr Überleben kämpfen. Ohne die fest zugesagte Gebührenerhöhung werde das Netz der vor Ort ansässigen Apotheken weiter schrumpfen, warnt der Verband. Gemeinden stürbe damit eine wichtige Säule für die Versorgung mit lebensnotwendigen Medikamenten und gesundheitlicher Unterstützung weg.
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