"Opferpopp 2.0": Halle gedenkt vergessener Schicksale in immersivem Theaterprojekt

Klaus-Dieter Stahr
Klaus-Dieter Stahr
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Eine Gruppe von Menschen steht in einem Cinemex-Kino in einem Einkaufszentrum, mit einer Person, die sitzt, Tischen, Fotorahmen an der Wand, einem Schild, Deckenleuchten und Geräten auf den Tischen.Klaus-Dieter Stahr

"Opferpopp 2.0": Halle gedenkt vergessener Schicksale in immersivem Theaterprojekt

Am 5. März 2026 feiert in Halle das immersive Theaterprojekt Opferpopp 2.0 – Ein Requiem Premiere. Die Produktion blickt zurück auf das Leben junger Schauspieler:innen aus einem Stück von 2007, das sich mit Gewalt und Vernachlässigung auseinandersetzte, und würdigt zugleich ein verstorbenes Ensemblemitglied, dessen Name nun dem temporären Veranstaltungsort seinen Namen gibt.

Das Projekt ist Teil der Reihe ERINNERN IST HEIMAT des Thalia Theaters Halle, die sich mit der Stadtgeschichte, ihren Kämpfen und ungelösten Fragen beschäftigt. Diesmal steht Opferpopp im Mittelpunkt – ein Stück aus dem Jahr 2007, in dem Laiendarsteller:innen eigene Erfahrungen von Entbehrung und Leid auf die Bühne brachten. Regisseur Mirko Borscht und der Videokünstler Hannes Hesse haben jahrelang recherchiert, was aus den damaligen Darsteller:innen geworden ist, doch über ihr heutiges Leben ist nur wenig öffentlich bekannt.

Die Installation verwandelt das nt-Schaufenster in das Klubhaus Kluth – einen begehbaren Raum, der Ausstellung und Performance verbindet. Die Besucher:innen entscheiden selbst, wie intensiv sie sich mit den Themen Erinnerung, Verlust und Überleben auseinandersetzen möchten. Die Arbeit ist Alexander Kluth gewidmet, einem ursprünglichen Ensemblemitglied, das im vergangenen Jahr starb und dem der temporäre Club nun seinen Namen verdankt.

Vom 5. bis 22. März 2026 läuft das Projekt und richtet sich explizit an junge Menschen ab 14 Jahren. Die Macher:innen hoffen, dass die Produktion Gespräche über Halles Vergangenheit und Gegenwart anregt – insbesondere unter jüngeren Zuschauer:innen.

Die Premiere markiert den neuesten Beitrag des Thalia Theaters zu seiner Reihe über lokale Identität. Indem Opferpopp und seine Darsteller:innen wiederaufgegriffen werden, verbindet die Produktion persönliche Schicksale mit größeren Fragen zum kollektiven Gedächtnis der Stadt. Das Klubhaus Kluth bleibt drei Wochen lang geöffnet und bietet Raum für Reflexion und Dialog.

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