Niedersachsens Apotheker attackieren Regierung wegen ausbleibender Hilfen und drohender Schließungswelle
Luka BoucseinNiedersachsens Apotheker attackieren Regierung wegen ausbleibender Hilfen und drohender Schließungswelle
Apotheker in Niedersachsen kritisieren Bundesregierung wegen ausbleibender Finanzhilfen
Die Apotheker in Niedersachsen haben die Bundesregierung öffentlich für die blockierte finanzielle Unterstützung scharf angegriffen. In einem offenen Brief wirft der Niedersächsische Apothekerverband (LAV) Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil vor, Wahlversprechen gebrochen zu haben. Die Vereinigung warnt: Ohne schnelles Handeln drohe eine weitere Schließungswelle von Apotheken in ganz Deutschland.
Im Schreiben äußert der LAV seine Verärgerung über das Scheitern der Koalition, die feste Apothekengebühr anzuheben. Trotz vor der Wahl gegebener Zusagen, diese auf 9,50 Euro zu erhöhen, bleibt sie im Entwurf der Reform unverändert – seit 2004 eingefroren. Die Apotheker argumentieren, dass dies die steigenden Kosten für den Betrieb lokaler Arzneimitteldienste ignoriert.
Der Verband betont, das aktuelle Finanzierungsmodell gefährde das Überleben der Vor-Ort-Apotheken. Daten zeigen, dass Deutschland allein 2025 440 Apotheken verlor – ein Rückgang um 2,6 Prozent. In einigen Regionen wie Sachsen-Anhalt wurden 15 Schließungen oder stark gefährdete Standorte gemeldet. Bundesweit stellten im vergangenen Jahr über 500 Apotheken den Betrieb ein, doch exakte Prognosen für künftige Verluste fehlen.
Ohne eine Erhöhung der Gebühr drohen nach Ansicht des LAV weitere Konflikte. Apotheker könnten Kundengespräche in politische Proteste umwandeln – mit dem Risiko, die Bevölkerung zu verärgern. Der Brief warnt zudem, dass Schließungen die Unterstützung für extremistische Parteien befeuern könnten, wenn Patienten schlechteren Zugang zu Medikamenten hätten.
Streitpunkt ist eine Gebühr, die seit 2013 unverändert blieb, obwohl Apotheken nur einen geringen Anteil der Ausgaben der Krankenkassen ausmachen. Der LAV besteht darauf, dass 9,50 Euro das Mindestmaß seien, um den Sektor zu stabilisieren. Andernfalls prophezeien die Apotheker weitere Schließungen und eine Schwächung des Gesundheitsnetzes.
New 2025 data confirms apotheken closures surge as reform stalls
Final 2025 figures show apotheken closures accelerated despite warnings. Key findings:
- 440 apotheken closed nationwide, a 2.6% drop from 17,041 to 16,601.
- Only 62 new openings offset 502 closures, per ABDA data.
- Niedersachsen's health minister Dr. Andreas Philippi warned: 'The decline must alarm us.'






