Deutschland rüstet auf – und kürzt Entwicklungshilfe in Krisenregionen
Deutschland rüstet auf – und kürzt Entwicklungshilfe in Krisenregionen
Deutschland ist zum viertgrößten Waffenexporteur der Welt aufgestiegen und hat China mit einem Marktanteil von 5,7 Prozent knapp überholt. Dieser Anstieg im Militärhandel fällt mit einer Kürzung der Mittel für Entwicklungshilfe zusammen – ein Schritt, der bei humanitären Organisationen Besorgnis über die Folgen für den weltweiten Hunger auslöst.
In den vergangenen fünf Jahren sank das Budget für Entwicklungshilfe von etwa 31 Milliarden Euro auf rund 28 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg die militärische Ausgaben von 47 Milliarden auf über 70 Milliarden Euro. Die Kürzungen bei der Entwicklungshilfe treffen vor allem Regionen wie das südliche Afrika – darunter Nigeria, Äthiopien und Kenia – sowie Teile Asiens wie Afghanistan und Pakistan, wo Projekte auf Armutsbekämpfung, Klimaschutz und Gesundheitsversorgung ausgerichtet sind.
Die Organisation Global Hunger Relief kritisierte diese Haushaltsverschiebungen als "mehr als problematisch". Mathias Mogge, Generalsekretär der Organisation, wies auf den Widerspruch zwischen steigenden Militärausgaben und schrumpfender Entwicklungshilfe hin. Er warnte, dass solche Kürzungen die Bemühungen untergraben, den Hunger bis 2030 zu beenden – besonders angesichts der Konflikte im Nahen Osten, die die Ernährungssicherheit weiter verschärfen könnten.
Kriege bleiben weltweit die Hauptursache für Hunger: Allein 2024 sind fast 140 Millionen Menschen von 20 Ernährungskrisen betroffen. Auch das Volumen großer Waffenlieferungen zwischen Staaten stieg von 2016–2020 auf 2021–2025 um 9,2 Prozent – ein Niveau, das seit den 1980er-Jahren nicht mehr erreicht wurde. Europäische Länder verdreifachten in diesem Zeitraum ihre Importe von Panzern, Artillerie, Kampfflugzeugen und Raketen nahezu.
Die Entscheidung der Bundesregierung, die Entwicklungshilfe zu kürzen und gleichzeitig die Militärausgaben zu erhöhen, stößt auf scharfe Kritik. Humanitäre Organisationen warnen, dass diese Umverteilung die Hungerkrisen verschärfen könnte – insbesondere in Konfliktgebieten. Angesichts des wachsenden Waffenhandels und anhaltender Kriege droht die Zahl der von Nahrungsmittelknappheit betroffenen Menschen weiter zu steigen.
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