Jägermeister gewinnt Rechtsstreit um religiöses Logo vor Schweizer Gericht
Jägermeister gewinnt Rechtsstreit um religiöses Logo vor Schweizer Gericht
Ein Schweizer Gericht hat im Streit um die religiöse Symbolik des Jägermeister-Logos zugunsten des Unternehmens entschieden. Das Bundesverwaltungsgericht hob eine früheren Entscheidung auf, die den Markenschutz für das ikonische Design mit Hirsch und Kreuz blockiert hatte. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass das Logo christliche Glaubensüberzeugungen nicht verletzt.
Der Fall begann, als das Schweizer Bundesinstitut für geistiges Eigentum den Markenschutz für das Jägermeister-Logo verweigerte. Die Behörde argumentierte, die Kombination aus Kreuz, Hirsch und Heiligenschein könne als respektlos gegenüber christlichen Symbolen aufgefasst werden. Das Gericht widersprach dieser Auffassung und stellte fest, dass das Design im Laufe der Zeit seine religiöse Bedeutung verloren habe.
Das Logo wird seit 1935 verwendet, und das Gericht fand keine Belege dafür, dass es Anstoß erregt habe. Zudem verwies es auf andere Marken, darunter eine, die ein christliches Kreuz mit einer islamischen Mondsichel verbindet – ohne dass es dazu je Beschwerden gegeben habe. Mast-Jägermeister stützte seine Argumentation auf diese Beispiele.
Auch außerhalb des Markenrechts findet religiöse Bildsprache Verwendung, etwa in den Bühnenshows der Heavy-Metal-Band Ghost. Das Gericht urteilte, dass die langjährige Nutzung des Logos durch Jägermeister mögliche ursprüngliche religiöse Bezüge in den Hintergrund gedrängt habe.
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der Europa eine allgemeine Abkehr von religiösen Symbolen in der Markenführung erlebt. Seit 2017 setzen Unternehmen in Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien vermehrt auf neutrale Designs. Strengere Vorschriften und eine gestiegene öffentliche Sensibilität haben Marken wie Benetton dazu veranlasst, kreuzähnliche Motive aufzugeben, während Luxuslabels planen, religiöse Anspielungen bis 2025 schrittweise zu entfernen.
Das Urteil ermöglicht es Jägermeister, seinen Markenschutz in der Schweiz zu behalten. Gleichzeitig schafft es einen Präzedenzfall für die Bewertung religiöser Bildsprache in kommerziellen Logos. Die Richterentscheidung spiegelt den Wandel im Umgang mit Tradition und Symbolik in der modernen Markenwelt wider.
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