Grundsteuer-Chaos: Warum Millionen Eigentümer die Frist am 31. Januar verpassen

Herlinde Jungfer
Herlinde Jungfer
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Ein alter Briefumschlag mit einem deutschen Stempel aus dem Jahr 1909, auf dem "Österreich - Deutschland - Cover nach Deutschland - 7. August 1909" steht.Herlinde Jungfer

Grundsteuer-Chaos: Warum Millionen Eigentümer die Frist am 31. Januar verpassen

Deutschlands Grundsteuersystem steht vor einem radikalen Umbau, nachdem das Bundesverfassungsgericht das alte Gesetz 2018 für verfassungswidrig erklärt hatte. Doch mit der Frist am 31. Januar rückt näher, sind bisher erst 55 Prozent der erforderlichen grundsteuererklärung eingereicht worden. Die finanzämter kämpfen nun mit einer Flut von Last-Minute-Eingaben und Anfragen.

Der Stein des Anstoßes war das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2018, das die damalige Grundsteuerregelung kippte. Die Richter bemängelten veraltete Bewertungsgrundlagen, die zu großen Ungleichheiten führten. Als Reaktion verabschiedete die Bundesregierung im Mai 2021 das grundsteuer-reformgesetz, das bundesweit neue Bewertungsregeln einführte. Die Änderungen müssen bis zum 1. Januar 2025 vollständig umgesetzt sein, die ersten Zahlungen sind 2026 fällig.

Betroffen von der Grundsteuer sind alle Immobilien – von Grundstücken über Gebäude bis hin zu landwirtschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Betrieben. Eigentümer müssen ihre Angaben über das Elster-Portal einreichen, wobei allein die Registrierung zwei Wochen in Anspruch nehmen kann. Trotz der nahenden Frist haben laut Peter Kröger, Leiter des Finanzamts Soltau, 45 Prozent der steuerpflichtigen ihre grundsteuererklärung noch nicht abgegeben.

Zwischen Weihnachten und Anfang Januar häuften sich die Eingaben, was die lokalen Behörden überlastete. Um den Ansturm an Anrufen und Unterlagen zu bewältigen, wurde das Personal aufgestockt. Sobald die Erklärungen vorliegen, müssen die finanzämter sie noch in diesem Jahr bearbeiten. Die Kommunen legen anschließend die Hebesätze fest und versenden bis zum 31. Dezember 2024 die bescheide an die Eigentümer.

Die Bedeutung ist enorm: Die Grundsteuer bringt jährlich fast 15 Milliarden Euro ein – Gelder, die direkt an Städte und Gemeinden fließen. Verspätete Abgaben könnten die Einnahmen ab 2025, wenn das neue System greift, empfindlich stören.

Die Frist am 31. Januar bleibt unverrückbar, die finanzämter mahnen Nachzügler zur sofortigen Abgabe. Wer die grundsteuererklärung nicht fristgerecht einreicht, riskiert Strafen oder falsche Berechnungen. Nach der Bearbeitung werden die Kommunen die endgültigen Sätze festsetzen und die bescheide bis Ende 2024 verschicken – damit das reformierte System wie geplant 2025 starten kann.

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