07 May 2026, 14:16

Tunnelbau-Pionier warnt: "Deutschland steuert direkt auf die Wand zu"

Altes Buch mit detaillierten architecturalen Plänen und Text, das eine Zeichnung des ursprünglichen Plans für das Königliche Hermwerk Berlin-Baklberg zeigt.

Tunnelbau-Pionier warnt: "Deutschland steuert direkt auf die Wand zu"

Martin Herrenknecht, der 83-jährige Vorstandsvorsitzende der Herrenknecht AG, hat eine drastische Warnung vor der Zukunft Deutschlands ausgesprochen. Der Chef des weltweit führenden Herstellers von Tunnelbohrmaschinen behauptet, das Land steuere „direkt auf die Wand zu“, wenn nicht grundlegende Reformen umgesetzt würden. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen überbordende Bürokratie und die Forderungen jüngerer Arbeitnehmer.

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Das in Schwanau im Ortenaukreis ansässige Unternehmen beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeiter und war an bedeutenden europäischen Großprojekten beteiligt, darunter der Gotthard-Basistunnel, der Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21. Trotz dieser Erfolge betont der CEO, er könnte sein Unternehmen unter den heutigen Bedingungen in Deutschland wegen der erstickenden Regulierungsflut nicht mehr gründen.

Er beschrieb das Land als „in einen Dornröschen-Schlaf gefallen“ und verwies auf massive Verzögerungen bei Infrastrukturvorhaben. So steckt ein geplanter Logistik-Hub in Baden-Württemberg seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest, während ein vergleichbares Projekt in Chennai, Indien, bereits nach nur drei Monaten genehmigt wurde.

Neben der Bürokratie übt Herrenknecht auch scharfe Kritik an den Erwartungen junger Hochschulabsolventen. Er nannte Forderungen nach Sabbaticals, Homeoffice-Optionen und flexiblen Elternzeitmodellen als unrealistisch für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft.

Die Äußerungen des Vorstandschefs spiegeln tiefe Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands wider. Langsame Genehmigungsverfahren und veränderte Arbeitsplatzansprüche gelten als zentrale Hindernisse. Ohne Kurskorrektur, so Herrenknechts Warnung, drohe dem Land der weitere Abstieg auf der globalen Bühne.

Quelle