27 April 2026, 10:15

Minijobs werden zur Sackgasse: Immer weniger schaffen den Sprung in Festanstellungen

Eine Liniengrafik, die Trends bei insgesamt arbeitslosen Personen, Stellenangeboten und Kündigungen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Minijobs werden zur Sackgasse: Immer weniger schaffen den Sprung in Festanstellungen

Immer weniger Beschäftigte in Deutschland schaffen den Sprung von Minijobs in fest angestellte, sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Neue Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang der Übergänge in den vergangenen fünf Jahren. Kritiker werfen dem System vor, keine echten Arbeitsmarktchancen zu bieten.

2017 wechselten noch über 102.000 Menschen aus Minijobs – also geringfügigen, schlecht bezahlten Nebenbeschäftigungen – in Jobs mit Sozialabgaben. Im selben Jahr fanden 27,1 Prozent der Minijobber, die auf staatliche Leistungen angewiesen waren, eine reguläre Anstellung. Doch bis September 2022 sank die Zahl der Übergänge auf nur noch 50.831, für das gesamte Jahr wird mit etwa 67.775 gerechnet.

Auch der Wechsel in Vollzeitstellen ging zurück. 2017 gelang 33.953 Beschäftigten dieser Schritt, doch 2022 halbierte sich die Zahl fast auf 16.315 (hochgerechnet auf rund 21.753 für das ganze Jahr). Nur noch 18,6 Prozent der auf Sozialleistungen angewiesenen Minijobber fanden bis September 2022 eine reguläre Beschäftigung.

Politiker haben sich zu dem Problem geäußert. Hülya Düber, CSU-Abgeordnete im Bundestag, machte schwache finanzielle Anreize verantwortlich: "Arbeit lohnt sich einfach nicht." Jan Feser von der AfD kritisierte die Bundesagentur für Arbeit, sie "verwaltet Arbeitslosigkeit, statt sie zu beenden". Feser argumentierte zudem, Minijobs seien längst zur Sackgasse statt zur Sprungbrett in bessere Jobs geworden.

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Die Bundesagentur für Arbeit wies die Vorwürfe zurück und verwies stattdessen auf allgemeine Herausforderungen am Arbeitsmarkt.

Die Daten zeigen einen klaren Abwärtstrend: Immer weniger Menschen gelangen aus Minijobs in stabile Arbeitsverhältnisse. Angesichts sinkender Übergangsquoten und Erfolgsraten steht die Wirksamkeit des Systems infrage. Über die Ursachen und Lösungen sind Politiker und Behörden weiterhin uneins.

Quelle