29 April 2026, 12:13

Wie ein US-Programm Schulgewalt und Suizide durch anonyme Hinweise verhindert

Ein Klassenzimmer mit Schülern in Mund-Nasen-Schutz, die auf Bänken sitzen und stehen, mit Büchern und Gegenständen auf den Tischen und Fenstern, einer Tür, Lampen und Ventilatoren im Hintergrund.

Wie ein US-Programm Schulgewalt und Suizide durch anonyme Hinweise verhindert

Ein Programm zur Verhinderung von Schulgewalt hat in den USA potenzielle Schießereien und Suizide verhindert. Unter dem Namen Say Something ("Sag was") lernt es Schülerinnen und Schüler, Warnsignale bei Mitschülern zu erkennen und Bedenken anonym zu melden. Seit dem Start hat die Initiative tausende Schulen erreicht und fast 395.000 Hinweise von Jugendlichen erhalten.

Das Say Something-Programm entstand 2014 – zwei Jahre, nachdem Nicole Hockley ihren sechsjährigen Sohn Dylan beim Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School verloren hatte. Gemeinsam mit anderen betroffenen Familien gründete sie Anfang 2013 die gemeinnützige Organisation Sandy Hook Promise. Ihr Ziel: ein System schaffen, in dem Schülerinnen und Schüler handeln können, bevor Gewalt eskaliert.

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Das Programm bildet Referentinnen und Referenten aus, die Schulen in allen 50 Bundesstaaten besuchen. Die Jugendlichen lernen, Anzeichen für mögliche Gefahren zu erkennen – etwa Drohungen, Mobbing oder plötzliche Verhaltensänderungen – und diese über eine anonyme Meldestelle zu berichten. Ein Team von Krisenberatern ist rund um die Uhr im Einsatz, bewertet jeden Hinweis und leitet schwere Fälle an Polizei oder Schulbehörden weiter.

Ein solcher Tipp führte 2021 zur Festnahme von Trinity Shockley, einer Schülerin aus Indiana, die einen Amoklauf an ihrer Schule angedroht hatte. Die meisten Meldungen betreffen jedoch Themen wie Mobbing, Drogenkonsum, Belästigung oder Selbstverletzung. Der Ansatz des Programms setzt darauf, junge Menschen zu ermutigen, sich zu äußern, bevor eine Krise entsteht.

Seit seinem Start ist Say Something zu einem zentralen Baustein der landesweiten Schul-Sicherheitsstrategien geworden. Die fast 395.000 eingegangenen Hinweise unterstreichen seine Bedeutung für frühzeitiges Eingreifen. Indem es Schülerinnen und Schüler darin schult, Warnsignale ernst zu nehmen, arbeitet das Programm weiter daran, Gewalt zu verhindern und Leben zu retten.

Quelle