Vom Hochzeitsfest zum Weltereignis: Die unglaubliche Geschichte des Oktoberfests
Luka BoucseinVom Hochzeitsfest zum Weltereignis: Die unglaubliche Geschichte des Oktoberfests
Das Oktoberfest – vom königlichen Hochzeitsfest zum größten Bierfest der Welt
Seit mehr als zwei Jahrhunderten lockt das Oktoberfest, das größte Bierfest der Welt, Millionen Besucher nach München. Was 1810 als Feier zu einer königlichen Hochzeit begann, ist längst zu einer globalen Tradition geworden. Trotz Kriege, Krankheiten und der jüngsten Pandemie-Abschagen bleibt das Fest ein fester Bestandteil der bayerischen Kultur.
Die erste Auflage des Oktoberfests fand am 12. Oktober 1810 statt – anlässlich der Vermählung von Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Das fünftägige Spektakel auf der Theresienwiese, die heute schlicht Wiesn genannt wird, bot Pferderennen, Schmausereien und natürlich Bier. Mit der Zeit weitete sich das Fest aus: Heute erstreckt es sich von Ende September bis Anfang Oktober und dauert 16 bis 18 Tage.
Im 21. Jahrhundert steigerte sich die Besucherzahl auf rund sechs bis sieben Millionen pro Jahr. Sechs große Münchner Brauereien – Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten – betreiben mittlerweile die ikonischen Bierzelte des Festes. Traditionelle bayerische Tracht wie Lederhosen und Dirndl ist nach wie vor ein Markenzeichen, während Essensstände, Fahrgeschäfte und Spiele für eine lebendige Atmosphäre sorgen.
Ausfälle gab es in der über 200-jährigen Geschichte nur 24 Mal, meist bedingt durch Kriege oder Cholera-Epidemien. Die COVID-19-Pandemie zwang 2020 und 2021 zur Absage – die ersten seit dem Zweiten Weltkrieg. Historische Aufzeichnungen, darunter Fotos aus dem Münchner Stadtarchiv, dokumentieren den Wandel des Festes von einer bescheidenen Versammlung zu einem weltweiten Phänomen.
Der anhaltende Reiz des Oktoberfests liegt in seiner Mischung aus Tradition und Spektakel. Das Event zieht weiterhin Besucher aus aller Welt an, die Bier, kulinarische Köstlichkeiten und bayerisches Brauchtum erleben wollen. Mit nur einer Handvoll Absagen in über 200 Jahren ist sein Platz im Münchner Kulturkalender unangefochten.






