Frauen dominieren Apotheken – doch die Lohnlücke bleibt ungeschlossen
Christos SchwitalFrauen dominieren Apotheken – doch die Lohnlücke bleibt ungeschlossen
Frauen dominieren den Apothekensektor in Deutschland – doch die Lohnlücke bleibt ein hartnäckiges Problem
Im Jahr 2024 sind fast neun von zehn Beschäftigten in öffentlichen Apotheken weiblich. Frauen besetzen die überwiegende Mehrheit der Positionen – von Auszubildenden bis zu approbierten Fachkräften. Trotz ihrer zentralen Rolle in der Patientenversorgung und Arzneimittelsicherheit verdienen sie im Schnitt deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen.
Die aktuellen Zahlen offenbaren ein eklatantes Ungleichgewicht in der Apothekenbranche: Frauen stellen 2024 89,2 Prozent aller Mitarbeiter in öffentlichen Apotheken. Bei Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) liegt ihr Anteil sogar bei 97,5 Prozent, bei Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) bei 96,6 Prozent. Selbst in der Ausbildung zeigt sich der Trend deutlich: 74,8 Prozent der Pharmaziestudierenden im Praktischen Jahr (PhiP) sind Frauen. Daten von 2021 bis 2025 belegen zudem, dass weibliche Auszubildende durchgehend 70 bis 82 Prozent der Lehrlinge ausmachen.
"Frauen in Apotheken tragen enorme Verantwortung", betont Tanja Kratt, Bundesvorstandsmitglied von Adexa – Die Apothekengewerkschaft. Sie beraten Patienten, sichern die Arzneimitteltherapie und organisieren Abläufe. Dennoch verdienen sie im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer in vergleichbaren Positionen.
Die Diskrepanz beschränkt sich nicht auf den Arbeitsplatz. Studien zeigen, dass Frauen zwei Drittel der Kinderbetreuung übernehmen, mehr Zeit in Hausarbeit investieren und den Großteil der Pflege von Angehörigen stemmen. Adexa fordert nun eine stärkere Anerkennung der Leistungen von Frauen sowie bessere Arbeitsbedingungen in Apotheken.
Der Apothekensektor spiegelt damit die allgemeinen Geschlechterungleichheiten in Deutschland wider: Obwohl Frauen nahezu alle Positionen besetzen, verdienen sie 16 Prozent weniger als Männer. Die Forderungen nach fairer Bezahlung und mehr Unterstützung werden lauter. Adexa setzt sich dafür ein, nicht nur die Lohnlücke zu schließen, sondern auch die unbezahlte Care-Arbeit von Frauen endlich angemessen zu würdigen.






