02 April 2026, 14:12

Studie enthüllt: Fast jedes zweite Kind erlebt digitale sexualisierte Gewalt

Eine Karte von Australien mit rot schattierten Regionen, die den Prozentsatz von unteralterigen Teenagern in jedem Bundesstaat anzeigen, begleitet von Text, der unten besagt "Unteralterige Teenager können auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden für den Konsens-Sex"

Studie enthüllt: Fast jedes zweite Kind erlebt digitale sexualisierte Gewalt

Eine aktuelle Studie deckt besorgniserregende Ausmaße digitaler sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen in Deutschland auf. Fast die Hälfte aller Minderjährigen gab an, bereits online sexuell belästigt worden zu sein – im Jahr 2025 allein wurde fast jedes vierte Kind Opfer von Cybergrooming. Expert:innen warnen nun, dass Schulen und Eltern dringend handeln müssen, um das Problem einzudämmen.

Die Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BZgA) zeigt das ganze Ausmaß der Krise. Beim Cybergrooming – wenn Täter:innen gezielt über Chats Kontakt zu Kindern aufnehmen, um sie später zu missbrauchen – handelt es sich mittlerweile um ein alarmierend verbreitetes Phänomen. Viele Übergriffe finden zudem in Freundes- oder Klassengruppenchats statt, was die Aufdeckung zusätzlich erschwert.

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Zwischen 2020 und 2023 führte Thüringen ein Pilotprojekt zur Bekämpfung des Problems durch. Finanziert vom Landesjugendamt bot die Pädagogin Yasmina Ramdani Workshops an Schulen an und erreichte rund 5.000 Schüler:innen. Die Nachfrage nach dem Programm überstieg die Erwartungen bei Weitem – Lehrkräfte räumten ein, sich mit solchen Fällen oft überfordert zu fühlen.

Trotz des Erfolgs des Pilotprojekts gibt es bundesweit keine Daten darüber, wie viele Schulen seit 2023 ähnliche Workshops eingeführt haben. Einige Bundesländer wie Bayern und Nordrhein-Westfalen haben zwar eigene Initiativen gestartet, doch bleiben die Bemühungen lückenhaft und unkoordiniert. Fachleute betonen, dass Prävention deutlich kostengünstiger sei als die Bewältigung der langfristigen Folgen digitaler sexualisierter Gewalt.

Auch Eltern werden aufgefordert, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Die Studie empfiehlt offene Gespräche über Grenzen und einen verantwortungsvollen Umgang im Netz, um Risiken für Kinder zu minimieren.

Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an einer flächendeckenden, abgestimmten Strategie in ganz Deutschland. Zwar haben einzelne Bundesländer Schritte unternommen, doch fehlt es an einem einheitlichen Konzept für Präventionsworkshops. Ohne eine breitere Umsetzung bleiben viele junge Menschen weiter ungeschützt den Gefahren digitaler sexualisierter Gewalt ausgesetzt.

Quelle