Sexismus-Vorwürfe gegen Druckfrisch: Warum Denis Schecks Buchkritiken für Aufruhr sorgen
Klaus-Dieter StahrSexismus-Vorwürfe gegen Druckfrisch: Warum Denis Schecks Buchkritiken für Aufruhr sorgen
Die ARD-Literatursendung Druckfrisch steht wegen Vorwürfen des Sexismus in den Buchkritiken von Denis Scheck in der Kritik. Dem langjährigen Moderator wird vorgeworfen, Autorinnen wie Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy unfair anzugreifen. Beide Schriftstellerinnen haben öffentlich auf seine Äußerungen reagiert und damit eine breitere Debatte über den Ton der Sendung ausgelöst.
Der Streit begann, nachdem Scheck in seiner gewohnt direkten Art Bücher von Passmann und von Kürthy rezensiert hatte. In seiner Rubrik wirft er missliebige Werke demonstrativ in einen Mülleimer. Passmann bezeichnete seine Kritik an ihrem Werk später als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Auch von Kürthy nahm in der Zeit Stellung und erklärte, sie werde sich solche Abwertungen nicht länger gefallen lassen.
Elke Heidenreich beteiligte sich mit einem Essay in der Zeit an der Diskussion und hinterfragte Schecks Vorgehen sowie die Rolle der ARD, die dies zulasse. Scheck verteidigte sich mit dem Hinweis, seine Kritik richte sich "ausschließlich gegen die Werke selbst, nicht gegen Autor:innen oder Leser:innen". Zudem betonte er, in seiner jüngsten Folge habe er mehr Bücher von Frauen gelobt als kritisiert.
Die ARD veröffentlichte unterdessen eine Stellungnahme, in der sie ihr Bekenntnis zu Gleichberechtigung und vielfältigen Perspektiven erneuerte. Der Sender versicherte, das Geschlecht einer Autorin spiele bei der literarischen Bewertung keine Rolle, und distanzierte sich von Frauenfeindlichkeit. Gleichzeitig würdigte man die bedeutenden Leistungen von Schriftstellerinnen.
Die Debatte um Schecks Rezensionen hat die Literatursendung der ARD unter Druck gesetzt. Während der Sender betont, Druckfrisch stehe für Fairness und Gleichheit, bleibt die Kritik am Ton der Beiträge bestehen. Die Sendung läuft vorerst weiter – doch die Diskussion über ihren Umgang mit Literatur hält an.






