23 April 2026, 14:27

Salzgitter startet revolutionäre Wasserstoff-Anlage für klimaneutralen Stahl

Ausführliches technisches Detailbild des Eisernen Texas-Dampfmaschinenkolbens, das seinen Rumpf, Komponenten und Anmerkungen zeigt.

Salzgitter startet revolutionäre Wasserstoff-Anlage für klimaneutralen Stahl

Salzgitter AG beginnt Bau einer Demonstrationsanlage für klimaneutrale Stahlproduktion

Die Salzgitter AG hat mit dem Bau einer neuen Demonstrationsanlage zur Herstellung von direktreduziertem Eisen (DRI) unter Einsatz von Erdgas und Wasserstoff begonnen. Die unter dem Namen μDRAL geführte Anlage ist die erste ihrer Art, die flexibel zwischen beiden Energieträgern wechseln kann. Das Projekt markiert einen wichtigen Schritt des Unternehmens auf dem Weg zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion.

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Die Anlage wird eine tägliche Produktionskapazität von 2.500 Kilogramm Eisen besitzen. Ihr Design ermöglicht den Betrieb mit jeder beliebigen Mischung aus Erdgas und Wasserstoff – von 0 bis 100 Prozent. Diese Flexibilität soll die Abhängigkeit von Kohle verringern und gleichzeitig die wasserstoffbasierte Stahlherstellung erproben.

Der Bau ist Teil der übergeordneten SALCOS-Initiative, die bis 2050 eine Reduzierung der CO₂-Emissionen um 95 Prozent anstrebt. Anfangs wird das produzierte DRI einen Teil der Kohle in bestehenden Hochöfen und Lichtbogenöfen ersetzen. Die Inbetriebnahme ist für die erste Jahreshälfte 2022 geplant.

Salzgitter investiert 13,6 Millionen Euro in das Projekt, wobei 40 Prozent der Mittel vom Bundesumweltministerium bereitgestellt werden. Professor Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, bezeichnete die Anlage als "Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Stahlproduktion". Sie werde Salzgitter eine Führungsrolle bei der Entwicklung emissionsarmer Technologien sichern.

Die Konzeption der Anlage bietet zudem ein kosteneffizientes Gleichgewicht zwischen Investitionen und Energieverbrauch bei maximaler CO₂-Einsparung. Die hier gewonnenen Erkenntnisse sollen die Grundlage für eine spätere Großserienproduktion bilden – vorausgesetzt, die politische Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen bleibt bestehen.

Sobald die μDRAL-Anlage in Betrieb geht, wird sie entscheidende Impulse für die Skalierung der wasserstoffbasierten Stahlherstellung liefern. Das Projekt steht im Einklang mit Salzgitters langfristigem Ziel, die CO₂-Emissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts nahezu auf null zu reduzieren. Sein Erfolg könnte die breite Einführung grüner Stahletechnologien in der gesamten Branche beschleunigen.

Quelle