Rébecca Chaillons provokante Performance Die Parabel des Hasses feiert Uraufführung in Wien
Christos SchwitalRébecca Chaillons provokante Performance Die Parabel des Hasses feiert Uraufführung in Wien
Rébecca Chaillon präsentiert neue Performance Die Parabel des Hasses bei den Wiener Festwochen im Odeon
Der Titel La Parable du Seum – auf Deutsch etwa Die Parabel des Hasses – spielt mit mehrdeutigen Bedeutungen und lässt sich von Octavia Butlers Roman Die Parabel der Säerin inspirieren. Die Premiere beginnt mit Julie Teuf, die dem Publikum selbstgemachte Butter reicht. Sie lädt die Zuschauer ein, davon zu kosten und an einer Verlosung teilzunehmen – eine einladende Geste, die den Weg für die sich entfaltende Erzählung ebnet.
Die Performenden erkunden die „Magie des Glaubens“ in Astrologie, Konsumkultur und Körperformen, die Schuldgefühle auslösen. Mal verkörpern sie eine Gemeinschaft des geteilten Leidens, mal eine Schar von Überlebenden, mal eine echte Band, die kraftvolle Auftritte liefert.
Inspiriert vom Leben einer Popikone und einer Astrophysikerin aus demselben stigmatisierten Vorort wie Chaillon selbst, setzt sich das Stück mit den Erfahrungen von Menschen auseinander, die sich als fett identifizieren. Die Gruppe beichtet extreme Handlungen wie das Trinken von Öl aus Thunfischdosen oder das Frittieren von Spüllappen, um sie zu essen. Zudem inszenieren sie Szenen aus der Abnehm-Show The Biggest Loser neu.
Den Höhepunkt bildet eine Szene, in der sich die Künstler:innen mit selbstgemachter Butter einreiben. In Bodybuilder-Posen verwandeln sie die Idee des „größten Verlierers“ in die des „größten Posers“. Die Produktion hinterfragt gesellschaftliche Wahrnehmungen und die Realitäten fetter Identitäten – mit kräftigen Bildern und persönlichen Geschichten, die Normen herausfordern. Die Uraufführung bei den Wiener Festwochen markiert Chaillons jüngste Auseinandersetzung mit diesen Themen.






