19 June 2026, 10:10

BGH entscheidet über Schufa-Scoring: Mehr Transparenz für Verbraucher?

Schufa vor Gericht: Ein veralteter Streit - Mit Konsequenzen für die Zukunft der KI

BGH entscheidet über Schufa-Scoring: Mehr Transparenz für Verbraucher?

Der Bundesgerichtshof (BGH) steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung in einem Rechtsstreit über die Transparenz von Bonitätsbewertungen. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Frage, ob die Schufa, Deutschlands führende Auskunftei, mehr Details über die Funktionsweise ihres Scoring-Systems offenlegen muss. Fünf Kläger haben das Unternehmen verklagt und argumentieren, dass die aktuellen Angaben den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nicht genügen.

Im März 2023 führte die Schufa ein neues Bewertungsmodell ein, das auf einer standardisierten Skala von 100 bis 999 basiert. Dabei werden zwölf klar definierte Kriterien zur Berechnung der Kreditwürdigkeit herangezogen. Das System soll Verbrauchern einen besseren Einblick in die Faktoren geben, die ihre Bonität beeinflussen, und ihnen ermöglichen, diese selbstständig zu überprüfen.

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Das Oberlandesgericht Dresden hatte zuvor entschieden, dass die Schufa ihre Auskünfte über das Scoring-Verfahren nicht ausreichend transparent gestaltet. Die Kläger fordern umfassenderen Zugang zur Logik hinter der Berechnung ihrer Punktzahlen. Die Schufa hingegen betont, dass ihre aktuellen Offenlegungen bereits den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Nun muss der BGH klären, ob die bestehende Transparenz der Schufa den DSGVO-Standards gerecht wird. Die Entscheidung könnte maßgeblich bestimmen, wie detailliert Unternehmen über automatisierte Entscheidungsprozesse informieren müssen. Die Schufa plant, das neue System bis Ende 2028 vollständig einzuführen.

Das Urteil wird die Transparenzpflichten bei algorithmischen Bewertungen nach der DSGVO präzisieren. Es könnte zudem Auswirkungen darauf haben, wie datenbasierte Bewertungen in verschiedenen Branchen durchgeführt werden. Der Ausgang des Verfahrens wird entscheiden, ob Verbraucher künftig weitergehende Rechte erhalten, um die Logik hinter ihren Bonitätsbewertungen nachzuvollziehen.

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