24 March 2026, 10:14

Polizei Reutlingen kooperiert mit Initiative Grabungsfeld X für NS-Aufarbeitung

Eine Gruppe von Polizisten in Uniform und Mund-Nasen-Schutz steht vor einem Gebäude, einige halten Kameras, mit einem Banner, Geländern, Pflanzen, Bäumen und Deckenleuchten im Hintergrund.

Polizei Reutlingen kooperiert mit Initiative Grabungsfeld X für NS-Aufarbeitung

Neue Partnerschaft zwischen dem Polizeipräsidium Reutlingen und der Initiative Grabungsfeld X: Beamte setzen sich intensiver mit der NS-Geschichte auseinander

Eine neu geschlossene Kooperation zwischen dem Polizeipräsidium Reutlingen und der Initiative Grabungsfeld X soll Polizistinnen und Polizisten eine tiefere Auseinandersetzung mit den Verbrechen des NS-Regimes ermöglichen. Die am 18. März 2026 unterzeichnete Vereinbarung formalisiert die Zusammenarbeit im Rahmen eines landesweiten Projekts zur Förderung von Demokratie und Toleranz. Künftig werden für Mitarbeiter der Polizei regelmäßig geführte Rundgänge durch die Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und der Nationalsozialismus" als Teil ihrer politischen Bildung angeboten.

Die Ausstellung "Grenzenlose Anatomie" untersucht, wie das anatomische Institut in Tübingen mit dem NS-Regime verstrickt war. Sie gilt als zentraler Erinnerungsort der Stadt und thematisiert die Folgen des Rechtsstaatsverlusts. Polizeipräsident Udo Vogel betonte die Bedeutung solcher Besuche und bezeichnete sie als unverzichtbar, um die Gefahren autoritärer Systeme zu begreifen.

Im Rahmen des 2024 gestarteten Projekts "Strategische Patenschaften für Demokratie und Toleranz" werden fünf speziell geschulte "strategische Paten" Aktivitäten für die Belegschaft organisieren – darunter Ausstellungsbesuche, Gastvorträge und Exkursionen zu Orten der NS-Verfolgung. Ziel ist es, demokratische Werte und interkulturellen Austausch innerhalb der Behörde zu stärken.

Professorin Dr. Benigna Schön Hagen, Vertreterin der Initiative Grabungsfeld X, begrüßte die Zusammenarbeit. Sie dankte der Polizei für ihr Engagement, die Ausstellung über das Jahr 2027 hinaus zu erhalten. Die Vereinbarung stellt die erste formelle Partnerschaft dieser Art im Rahmen des Landesprogramms dar, wobei unklar bleibt, wie viele weitere Polizeidienststellen in Baden-Württemberg ähnliche Projekte verfolgen.

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Die Kooperation bietet den Reutlinger Beamtinnen und Beamten strukturierte Möglichkeiten, sich mit NS-Verbrechen und deren langfristigen Folgen auseinanderzusetzen. Durch Führungen, Vorträge und Ortsbegehungen soll das Projekt demokratische Grundsätze in der Polizei festigen. Sein langfristiger Erfolg hängt von der kontinuierlichen Teilnahme und der Ausweitung vergleichbarer Partnerschaften in der Region ab.

Quelle