Patt bei Landtagswahl 2026: Grüne und CDU vor schwierigen Koalitionsverhandlungen
Luka BoucseinMüller-Chef ermutigt die CDU zu einer Koalition mit der AfD - Patt bei Landtagswahl 2026: Grüne und CDU vor schwierigen Koalitionsverhandlungen
Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg: Grüne und CDU mit je 56 Sitzen gleichauf
Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg hat die Grünen und die CDU mit jeweils 56 Mandaten in einem Patt enden lassen. Beide Parteien lagen knapp vor der AfD, die 35 Sitze errang, während die SPD nur auf 10 Sitze kam. Ohne klare Mehrheit haben die Verhandlungen über eine neue Regierungsbildung an Fahrt aufgenommen – und dabei auch unerwartete Stimmen auf den Plan gerufen.
Theo Müller, Gründer der Müller Milchgruppe und CSU-Mitglied, brachte eine umstrittene Alternative ins Spiel: eine Koalition aus CDU und der rechtspopulistischen AfD. Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die CDU eine Zusammenarbeit mit der AfD offiziell ausschließt – und damit die bisherige schwarz-grüne Koalition als einzige praktikable Option für Stabilität übrig bleibt.
Bei der Wahl am 8. März setzten sich die Grünen mit 30,2 Prozent der Stimmen knapp vor der CDU (29,7 Prozent) durch. Beide Parteien stellen nun je 56 Abgeordnete im 157 Sitze zählenden Landtag, gefolgt von der AfD mit 18,8 Prozent (35 Sitze) und der SPD mit 5,5 Prozent (10 Sitze). FDP und Die Linke verfehlten den Einzug ins Parlament.
Seit 2021 regiert in Baden-Württemberg eine schwarz-grüne Koalition unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Nach der knappen Niederlage bot CDU-Landeschef Manuel Hagel seinen Rücktritt an. Trotz des Patts verfügen Grüne und CDU gemeinsam weiterhin über eine Mehrheit – ihre fortgesetzte Zusammenarbeit gilt daher als der realistischste Weg für eine stabile Regierung.
Theo Müller, eine einflussreiche Stimme in der CSU, brach mit der Parteilinie, indem er den AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier lobte. Dessen Positionen nannte er "vernünftig" und schlug vor, die CDU könnte statt als Juniorpartner der Grünen lieber mit der AfD regieren. Müller argumentierte zudem, die CDU solle sich nicht mit einer untergeordneten Rolle unter dem Grünen-Co-Vorsitzenden Cem Özdemir abfinden.
Die CDU jedoch lehnte jede formelle Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ab. Ohne tragfähige Alternativen bleibt die bestehende schwarz-grüne Koalition damit die einzige stabile Option für die kommende Legislaturperiode.
Die Wahlergebnisse lassen nur Grüne und CDU als Parteien mit ausreichend Sitzen für eine Regierungsmehrheit übrig. Da die CDU eine Kooperation mit der AfD ausschließt, deutet alles auf eine Fortsetzung der schwarz-grünen Allianz hin. Die nächsten Schritte hängen nun von den Verhandlungen zwischen den beiden Spitzenparteien ab, um eine stabile Regierung für die kommende Amtszeit zu sichern.