Olaf Lies warnt vor Energienot: Deutschland droht im Winter die Gaskrise
Klaus-Dieter StahrOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Olaf Lies warnt vor Energienot: Deutschland droht im Winter die Gaskrise
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies warnt vor akuter Energienot in Deutschland
Mit Blick auf den nahenden Winter hat Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies ernste Bedenken zur Energieversorgungssicherheit Deutschlands geäußert. Angesichts historisch niedriger Gasreserven und explodierender Spritpreise fordert er von Bundesregierung und Mineralölkonzernen dringende Maßnahmen, um die Versorgung zu stabilisieren und die Kosten zu dämpfen.
Die deutschen Gasspeicher sind derzeit nur zu 20 bis 24 Prozent gefüllt – ein dramatischer Rückgang im Vergleich zu 44 Prozent Mitte Februar 2025. Verantwortlich für den Einbruch sind ein höherer Verbrauch, reduzierte Einlagerungsziele und gestiegene Exporte. Um das November-Ziel von 70 Prozent zu erreichen, müssten rund 125 Terrawattstunden (TWh) nachgefüllt werden. Doch die Preise sind bereits auf etwa 50 Euro pro Megawattstunde (MWh) geklettert.
Lies betont die Notwendigkeit, die Gasbezüge breiter aufzustellen. Er plädiert für den Ausbau von Flüssiggas-Terminals (LNG), darunter ein drittes in Wilhelmshaven, sowie für engere Kooperationen mit Norwegen und den Niederlanden. Zudem verteidigt er die heimische Förderung, insbesondere in der Nordsee, als unverzichtbaren Baustein der Lösung.
Der Ministerpräsident warnt, dass die Spannungen mit dem Iran die Versorgung zusätzlich gefährden könnten. Die Bundesregierung müsse sich auf alle Eventualitäten vorbereiten. Gleichzeitig kritisiert er die erneute Debatte über Atomkraft als "unnötige Verunsicherung" für Bevölkerung und Wirtschaft.
Angesichts rekordhoher Spritpreise fordert Lies die Mineralölkonzerne auf, die Belastung für Verbraucher:innen zu verringern. Zwar erkennt er die wachsende Frustration über die Kosten an, doch langfristige Stabilität müsse Vorrang haben.
Deutschland steht vor einer kritischen Energielücke, da die Speicher nur halb so voll sind wie üblich. Lies' Forderungen nach mehr LNG-Infrastruktur, diversifizierten Importen und inländischer Förderung sollen eine Verschärfung der Krise vor dem Winter verhindern. Nun geraten Regierung und Energieunternehmen unter Zugzwang, bevor sich die Lage weiter zuspitzt.






