NRW-Polizei rüstet sich mit digitalen Ermittlern gegen politische Kriminalität
Klaus-Dieter StahrNRW-Polizei rüstet sich mit digitalen Ermittlern gegen politische Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive zur Stärkung digitaler Ermittlungskompetenzen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich digitaler Ermittlungen auszubauen. Das unter dem Namen Digitale Streife bekannte Projekt erweitert den Einsatz von Open Source Intelligence (OSINT) in der Strafverfolgung. Neue Teams und Schulungsprogramme sollen helfen, öffentlich zugängliche digitale Informationen systematischer zu sammeln und auszuwerten.
Das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf hat seine OSINT-Kapazitäten deutlich ausgebaut. Fabian Coenen leitet die Abteilung 22.2, eine Einheit, die nun für die Aufklärung politisch motivierter Straftaten durch Online-Quellen zuständig ist. Sein Team ist von einst zwei Beamten auf 16 Spezialisten angewachsen – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Zu ihnen gehört Laura Ellrich, eine 28-jährige Beamtin, die 2022 in den Staatsschutz wechselte.
Im Rahmen der Digitalen Streife wurden zehn neue Ermittler für das LKA eingestellt, sechs davon in Coenens Einheit. Fast 100 weitere Beamte in sechs regionalen Polizeibehörden wurden für OSINT-Aufgaben geschult. Diese Einheiten sind Teil des deutschen Staatsschutznetzwerks und bieten bei schnell eskalierenden politischen Ereignissen schnelle Unterstützung.
Die Ausbildung für diese neuen Rollen leitet Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Dozent am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Er stellt sicher, dass sowohl LKA-Mitarbeiter als auch regionale Beamte lernen, Daten aus sozialen Medien und anderen offenen Quellen zu sammeln und zu bewerten. Die größte Einheit dieses Netzwerks sitzt in Köln und wird von Swen Schubert geleitet – ein 18-köpfiges Team mit Mitgliedern zwischen 25 und 52 Jahren.
Die Expansion markiert einen Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Bedrohungen. Mit mehr geschulten Fachkräften und spezialisierten Einheiten will die Behörde schneller auf Online-Risiken im Zusammenhang mit politischer Kriminalität reagieren. Die Initiative ist Teil einer größeren Bestrebung, die Ermittlungsmethoden der Strafverfolgung zu modernisieren.






