29 March 2026, 08:12

Nitrendipin-Mangel hält an: Blutdruckpatienten suchen verzweifelt nach Alternativen

Ein Plakat, das zeigt, dass Big Pharma im Jahr 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Arzneimittel berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Nitrendipin-Mangel hält an: Blutdruckpatienten suchen verzweifelt nach Alternativen

Patienten leiden unter anhaltendem Engpass bei Nitrendipin

Seit dem vergangenen Sommer kämpfen Patienten, die auf Nitrendipin – ein gängiges Blutdruckmedikament – angewiesen sind, mit anhaltenden Lieferengpässen. Das zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzte Präparat bleibt knapp, da mehrere Hersteller Produktionslücken melden. Behörden und Apotheken suchen nun nach Alternativen, während sie auf eine Wiederauffüllung der Bestände im Laufe dieses Jahres warten.

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Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte Nitrendipin erstmals Mitte 2025 auf die Liste der gemeldeten Arzneimittelknappheiten gesetzt. Das Problem besteht fort bis ins Jahr 2026 – mindestens vier Hersteller (Aristo, Ratiopharm, Aliud Pharma und AbZ) bestätigen Verzögerungen bei mindestens einer Dosierungsform. Aktuell kann keines dieser Unternehmen die 10-mg- und die 20-mg-Variante gleichzeitig liefern.

Bei Aristo liegt der Engpass bei der 20-mg-Dosierung in Produktionsproblemen begründet; eine Lösung wird frühestens zum Jahresende 2026 erwartet. Ratiopharm und Aliud Pharma planen, die Lieferungen der 20-mg-Tabletten bis Ende März wiederaufzunehmen, während AbZ mit einer Normalisierung der Versorgung bis Ende Mai rechnet. Bis dahin verschreiben Ärzte vermehrt alternative Kalziumantagonisten wie Amlodipin oder Lercanidipin.

Nitrendipin wirkt, indem es den Kalziumeinstrom in die glatten Muskelzellen der Blutgefäße blockiert. Dadurch bleiben die Arterien entspannt, der Blutdruck sinkt und die Erregungsleitung des Herzens verlangsamt sich. Allerdings ist das Medikament nicht für Patienten mit Herzinsuffizienz oder nach einem kürzlichen Herzinfarkt geeignet. Die Knappheit unterstreicht die größeren Probleme in der Lieferkette, von denen besonders ältere Medikamente betroffen sind – und zwingt Patienten wie Ärzte, vorübergehend nach Ausweichlösungen zu suchen.

Durch den Nitrendipin-Mangel sehen sich Gesundheitsversorger gezwungen, auf andere Therapien auszuweichen, bis die Bestände wieder aufgefüllt sind. Erste Entlastung könnte bereits im März eintreten, doch mit einer vollständigen Normalisierung der Versorgung ist frühestens gegen Ende 2026 zu rechnen. Patienten wird geraten, sich bis dahin mit ihren Ärzten über geeignete Alternativen zu beraten.

Quelle