07 April 2026, 08:13

Neuer Apotheken-Gesetzentwurf spaltet die Branche zwischen Reformhoffnungen und Kostensorgen

Plakat, das zeigt, dass Amerikaner zwei bis drei Mal mehr für dieselben Medikamente gezahlt haben als andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Neuer Apotheken-Gesetzentwurf spaltet die Branche zwischen Reformhoffnungen und Kostensorgen

Ein neuer Gesetzentwurf zur Apothekenregulierung hat gemischte Reaktionen bei Branchenvertretern ausgelöst. Während einige die vorgeschlagenen Änderungen begrüßen, warnen andere vor finanziellen Risiken und Lücken in der Aufsicht. Die Debatte zeigt tiefe Meinungsverschiedenheiten bei Gebühren, Ausbildungsstandards und den Regeln für die Arzneimittelverteilung auf.

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Thomas Preis, Präsident der Bundesapothekerkammer (ABDA), bezeichnete den Entwurf als "Schritt in die richtige Richtung". Er unterstützte Pläne, die feste Vergütung für Apotheken über eine begleitende Verordnung anzuheben. Gleichzeitig wies er auf den kontinuierlichen Rückgang der Apothekenzahlen in den vergangenen 13 Jahren hin.

Markus Grunenberg vom GKV-Spitzenverband widersprach und schätzte, dass eine Gebührenerhöhung das System eine Milliarde Euro kosten würde. Anja Zierath vom Bundesverband der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (BVpta) lehnte unterdessen Vorschläge für eine Vertretungsregelung ohne zusätzliche Qualifizierung ab.

Beim Thema Arzneimittelversorgung lobte Bork Bretthauer von Pro Generika die stabile Verfügbarkeit von Biosimilars, forderte jedoch ein Verbot von Exklusivverträgen. Thomas Porstner vom Phagro-Großhandelsverband bestritt, dass Logistikdienstleister strengeren Kontrollen bei Lagerung und Transport unterliegen müssten.

Kritik kam auch von Ulrich Langenberg, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer (BÄK), der sich gegen die Freigabe verschreibungspflichtiger Medikamente für den rezeptfreien Verkauf aussprach. Dr. Stefan Hartmann vom Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) plädierte für ein anderes Abrechnungsmodell bei der Rezepturherstellung. Iris an der Heiden vom IGES-Institut betonte hingegen, dass die öffentliche Erreichbarkeit von Apotheken trotz Schließungen stabil geblieben sei.

Der Entwurf hat die zentralen Konflikte zwischen den Beteiligten offenbart: Einige befürworten höhere Gebühren und schärfere Kontrollen, andere lehnen Änderungen bei der Ausbildung oder den Vertriebsregeln ab. Die endgültige Fassung wird einen Ausgleich zwischen Kostensorgen und den Forderungen nach besserer Regulierung sowie Zugang finden müssen.

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