Logistikbranche 2025: Warum immer mehr Speditionen vor dem Aus stehen
Christos SchwitalLogistikbranche 2025: Warum immer mehr Speditionen vor dem Aus stehen
Deutschlands Logistikbranche steht 2025 unter wachsendem Finanzdruck
Immer mehr Unternehmen geraten in Zahlungsschwierigkeiten, und die Insolvenzrate ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent gestiegen. Steigende Kosten, knappe Margen und harter Wettbewerb treiben viele Betriebe an den Rand des Ruins.
Allein 2024 meldeten 469 Logistikunternehmen in Deutschland Insolvenz an – darunter 19 mit einem Jahresumsatz von über 10 Millionen Euro. In den ersten Monaten 2025 übertrafen die Zahlungsausfälle den Fünfjahresdurchschnitt, ein alarmierendes Zeichen für eine verschärfte Krise. Viele Firmen müssen Spritvorschüsse leisten, warten aber bis zu 60 Tage auf die Begleichung ihrer Rechnungen durch Kunden – eine massive Belastung für die Liquidität.
Besonders hart trifft es kleine und mittlere Speditionen: Hohe Dieselpreise, hohe Vorfinanzierungskosten und schmale Gewinnspannen setzen sie unter Druck. Der Kreditversicherer Atradius warnt, dass mittlerweile jedes vierte dieser Unternehmen gefährdet ist. Die meisten arbeiten mit Margen unter drei Prozent, während die Lohnkosten weiter steigen.
Hinzu kommen Fachkräftemangel bei Lkw-Fahrern, Konkurrenzdruck aus Osteuropa und die Kosten der Digitalisierung. Höhere Energiekosten könnten zudem die Verbraucherpreise in die Höhe treiben – bei Lebensmitteln drohen in naher Zukunft Preissteigerungen von bis zu zehn Prozent.
Die wirtschaftliche Lage der deutschen Transport- und Logistikbranche bleibt düster: Die Insolvenzen nehmen zu, Zahlungsverzögerungen häufen sich, und die Gewinnmargen bleiben bedrohlich niedrig. Ohne Entlastung könnte eine weitere Welle von Pleiten die Lieferketten zusätzlich destabilisieren – und die Kosten für Verbraucher weiter in die Höhe treiben.






