Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen für die Modemarke
Klaus-Dieter StahrJoe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen für die Modemarke
Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die aggressive juristische Vorgehensweise der Modemarke. Der Schritt folgt auf eine Reihe von Streitfällen, in denen das Luxusunternehmen kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen wegen der Verwendung des Wortes "BOSS" verklagt hatte.
Lycetts Namensänderung wurde vergangene Woche rechtskräftig und löste eine breite Debatte aus. Bis Sonntag war sein neuer Name bereits auf Twitter im Trend und lenkte die Aufmerksamkeit auf seine Kampagne gegen das Unternehmen.
Das 1924 gegründete Modehaus hat eine lange Geschichte im Schutz seiner Markenrechte. Mit über 14.000 Beschäftigten in 127 Ländern sieht es sich zugleich Kritik an seinen juristischen Methoden ausgesetzt. So musste die kleine Brauerei Boss Brewing aus Swansea rund 10.000 Pfund aufbringen, um sich gegen eine Abmahnung des Konzerns zu wehren. Auch die Hilfsorganisation DarkGirlBoss erhielt eine rechtliche Warnung, als sie versuchte, ihren Namen schützen zu lassen.
In seiner Ankündigung thematisierte Lycett die umstrittene Vergangenheit der Marke. Zwar hatte Hugo Boss (das Modelabel) während der NS-Zeit Zwangsarbeiter für die Produktion von SS-Uniformen eingesetzt, doch betonte der Komiker, dass er – als neuer Hugo Boss – damit nichts zu tun habe. Das Unternehmen hatte sich 2011 für das damals verursachte Leid entschuldigt.
Lycett plant, unter seinem neuen Namen ein Produkt in seiner Verbrauchersendung Got Your Back vorzustellen. Seine Namensänderung unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen dem Modegiganten und kleineren Akteuren. Der PR-Coup setzt Hugo Boss bereits unter Druck, seine Vorgehensweise beim Markenschutz zu überdenken. Mit seinen nächsten Schritten wird Lycett das Thema voraussichtlich weiter in der Öffentlichkeit halten.






