Jan Böhmermanns provokante Kunstschau in Berlin polarisiert ohne Handys
Klaus-Dieter StahrJan Böhmermanns provokante Kunstschau in Berlin polarisiert ohne Handys
Eine neue Ausstellung in Berlin sorgt mit einer kühnen Mischung aus Politik, Satire und interaktiver Kunst für Furore."Die Möglichkeit der Irrationalität", kuratiert vom TV-Moderator Jan Böhmermann, öffnete diese Woche im Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Mitte seine Pforten. Besucher erwarten Exponate von einer riesigen Butterbüste Helmut Kohls bis zu einer versunkenen Freiheitsstatue – und müssen dafür ihr Handy an der Tür abgeben.
Die Schau verwandelt Böhmermanns satirische TV-Sendung "ZDF Magazin Royale" in ein reales Erlebnis. Gäste werden persönlich vom Moderator in lässiger Kleidung begrüßt, bevor sie einen Raum mit provokanten Installationen betreten. Besonders auffällig ist eine lebensgroße, aufblasbare Freiheitsstatue, die halb in einem Teich vor dem HKW versinkt – ein Symbol für den Zustand der US-Demokratie. Im Inneren thront eine Butterskulptur des ehemaligen Kanzlers Helmut Kohl neben einem auf dem Dach installierten Fernrohr, durch das Besucher einen fiktiven Arbeitsalltag des aktuellen CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz beobachten können.
Gezeigt werden auch sogenannte "Trophäen der Schurken" – Kuriositäten wie Donald Trumps Haarkur mit eigenem Branding oder Luxus-Handtücher mit Stickereien von Hasen, die angeblich dem in Ungnade gefallenen Milliardär René Benko gehörten. Handys sind strikt verboten, um sicherzustellen, dass die Exponate nicht dokumentiert werden. Böhmermann argumentiert, dass "konstruktive Irrationalität" neue Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme bieten könnte.
Noch bis zum 19. Oktober zu sehen, entstand die Ausstellung in Zusammenarbeit mit Böhmermanns "Royal Group". Tickets kosten 15 Euro. Zwar löst die Schau Diskussionen aus, doch gibt es keine Hinweise darauf, dass sie Kulturpolitik oder ähnliche Projekte in Europa beeinflusst.
Die Ausstellung verbindet auf einzigartige Weise Humor, Kritik und Publikumseinbindung – ein Novum in der Berliner Kunstszene. Durch das Handyverbot und die Fülle surrealer politischer Artefakte fordert Böhmermann die Besucher auf, Irrationalität als Werkzeug für Veränderung zu begreifen. "Die Möglichkeit der Irrationalität" ist täglich bis Mitte Oktober geöffnet.






