21 April 2026, 06:12

Industrie warnt vor Reformstau – Hannover Messe 2026 im Schatten der Krise

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der von COVID-19 betroffenen US-Geschäfte zeigt, unterteilt in Erholung und wirtschaftliche Erholung Abschnitte nach Branche, mit begleitendem Text, der die Gesamtauswirkungen und Erholungsdaten zusammenfasst.

Industrie warnt vor Reformstau – Hannover Messe 2026 im Schatten der Krise

Deutsche Industrieführer drängen auf Reformen zur Hannover Messe 2026

Nach monatelanger allmählicher Erholung ist das Geschäftsklima zu Beginn des Jahres 2026 abrupt eingebrochen. Spitzenmanager warnen nun, dass weitere Verzögerungen bei politischen Weichenstellungen der Schlüsselsektoren der Wirtschaft nachhaltig schaden könnten.

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Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) rechnet für 2026 mit einem Produktionsanstieg von zwei Prozent – vorausgesetzt, die Spannungen im Iran lassen bis Mitte des Jahres nach. Gunther Kegel, Präsident des ZVEI, betonte, dass die seit Langem blockierten Reformen nun höchste Priorität erhalten müssten. Jedes weitere Zögern werde die Unsicherheit für die Hersteller nur vertiefen.

Die Branche setzt zudem auf Rüstungsaufträge, um das Wachstum anzukurbeln. Geplante Investitionen in Milliardenhöhe könnten die verteidigungsbezogenen Umsätze innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln. Doch die Industrievertreter bestehen darauf, dass auch breiter angelegte wirtschaftspolitische Maßnahmen unverzichtbar sind.

Bertram Kawlath, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), kritisierte die Fixierung der Regierung auf kurzfristige Lösungen. Gefordert werden Steuersenkungen für Unternehmen, eine Begrenzung der Sozialabgaben sowie flexiblere Arbeitszeitmodelle. Ohne rasches Handeln, so seine Warnung, drohten die Schäden für die Industrie bald nicht mehr umkehrbar zu sein.

Der VDMA selbst prognostiziert für 2026 ein bescheidenes Wachstum von nur einem Prozent im Maschinen- und Anlagenbau. Doch beide Verbände sind sich einig: Eine nachhaltige Erholung hängt entscheidend von zügigen politischen Kurskorrekturen ab.

Die Industrie hat klare Forderungen aufgestellt: Steuersenkungen, Anpassungen am Arbeitsmarkt und eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Ihre dringenden Appelle unterstreichen das Risiko eines irreparablen Niedergangs, falls die Reformen weiter aufgeschoben werden. Die Regierung steht nun unter Zugzwang, bevor das Vertrauen der Wirtschaft weiter schwindet.

Quelle