Gestohlener Maßkrug kehrt nach 48 Jahren ins Münchner Hofbräuhaus zurück
Klaus-Dieter StahrGestohlener Maßkrug kehrt nach 48 Jahren ins Münchner Hofbräuhaus zurück
Ein Tourist hat einen Bierkrug zurückgegeben, der vor fast 50 Jahren aus dem Münchner Hofbräuhaus gestohlen worden war. Der Mann, bei dem es sich vermutlich um einen Briten oder Amerikaner handelt, hatte den traditionellen Maßkrug 1976 mitgenommen, schickte ihn nun aber zusammen mit einer Zahlung von 20 Euro zurück. Das Geld kommt nun einer lokalen Kinderhilfsorganisation zugute.
Das Hofbräuhaus erhält auf ähnliche Weise etwa drei- bis viermal pro Jahr zurückgegebene Krüge. 2020 schickte eine Amerikanerin einen Krug zurück, den sie 55 Jahre zuvor aus dem Bierpalast am Platzl entwendet hatte. Solche Fälle sind nicht ungewöhnlich, auch wenn die Brauerei die fehlenden Krüge nicht systematisch erfasst.
In den letzten fünf Jahren wurden rund 1.200 gestohlene Krüge physisch an das Hofbräuhaus zurückgegeben. Weitere 15.000 wurden finanziell ausgeglichen. Die Gelder flossen in Projekte wie die Hochwasserhilfe 2021 für Süddeutschland oder eine Social-Media-Kampagne, die im Rahmen eines Amnestieprogramms zur Rückgabe der Krüge aufrief.
Obwohl Sicherheitsvorkehrungen gegen Diebstähle getroffen wurden, führt die Brauerei keine Statistik über einzelne Verluste. Stattdessen kommen die zurückgegebenen oder entschädigten Krüge oft sozialen Projekten zugute.
Die 20 Euro aus der jüngsten Rückgabe gehen an Bunte Münchner Kindl, eine Initiative, die bedürftigen Kindern in München hilft. Zwar geht das Hofbräuhaus nicht aktiv gegen den Verlust der Krüge vor, doch gelegentliche Rückgaben wie diese unterstützen weiterhin lokale Hilfsprojekte. Dank der langjährigen Tradition von Amnestie und Spenden können selbst jahrzehntealte Diebstähle noch Gutes bewirken.