30 March 2026, 10:14

Frauenpfahl am Bodensee: Wo Halloween auf grausame Geschichte trifft

Nebliges Friedhofsgelände mit mehreren Grabsteinen und Bäumen im Hintergrund unter einem nebligen grauen Himmel.

Frauenpfahl am Bodensee: Wo Halloween auf grausame Geschichte trifft

Der Bodensee ist zu einem beliebten Ziel für Halloween-Besuche geworden und zieht Familien wie Geschichtsinteressierte gleichermaßen an. Die düstere Vergangenheit der Region, insbesondere der berüchtigte Frauenpfahl, verleiht den Abendführungen eine schaurige Note. Neben gruseligen Erzählungen bieten Attraktionen wie der Konstanzer Münster oder die Blumeninsel Mainau auch unterhaltsame Abwechslung für alle Altersgruppen.

Der Frauenpfahl, ein hölzerner Pfahl mit einer weißen Gitterkugel an der Spitze, steht in der Nähe der Insel Liechtenstein im Bodensee. Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert diente er als Hinrichtungsstätte, an der Frauen, die wegen Verbrechen wie Kindstötung, Ehebruch oder Hexerei verurteilt worden waren, an den Pfahl gebunden und ertränkt wurden. Einige Überlieferungen berichten, dass Opfer sogar mit Tieren in Säcke eingenäht und dann versenkt wurden.

Eine der letzten bekannten Hinrichtungen am Frauenpfahl fand am 9. November 1532 statt, als die Diebin Apollonia dort ihr Leben verlor. Eine lokale Legende erzählt zudem von einer Frau, die zum Ertrinken verurteilt wurde, nachdem sie ihr Baby verloren hatte, als sie versuchte, den Gnadensee zu durchschwimmen. Im letzten Moment griff der Abt des Klosters Reichenau ein und rettete ihr das Leben.

Doch Ertränken war nicht die einzige grausame Strafe, der Frauen in der Region Konstanz ausgesetzt waren. Manche wurden am Schnetztor oder auf dem Münsterplatz enthauptet, andere auf dem Scheiterhaufen als Ketzerinnen oder Hexen verbrannt. Gerichtsakten aus den Jahren 1414 bis 1418 belegen, dass etwa 40 Frauen auf diese Weise hingerichtet wurden – oft unter dem Vorwurf, Hebammen oder Giftmischerinnen zu sein. Auch Erhängen an den Galgengen von Tägerwilen oder Ertränken im Rhein gehörten zu den gängigen Methoden.

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Heute ist der Frauenpfahl vor allem zur Halloween-Zeit ein Anziehungspunkt, bei dem Führungen seine makabre Geschichte erzählen. Wer die Stätte nach Einbruch der Dunkelheit erkundet, sollte warme Kleidung und eine Taschenlampe mitnehmen. Im Anschluss kehren viele in die gemütlichen Cafés Konstanzer ein, um sich von den schaurigen Erzählungen zu erholen.

Der Frauenpfahl bleibt ein unheimliches Mahnmal mittelalterlicher Justiz in Konstanz. Seine Geschichte – wie die anderer Hinrichtungsstätten – spiegelt die brutale Behandlung von Frauen in jener Epoche wider. Für heutige Besucher verbindet sich an diesem Ort gruselige Erzählkunst mit der malerischen Schönheit des Bodensees und macht ihn so zu einem einzigartigen Halloween-Ziel.

Quelle