Familie Hüffer verkauft Aschendorff-Zeitungen an Rheinische Post – ohne Bieterwettbewerb
Klaus-Dieter StahrFamilie Hüffer verkauft Aschendorff-Zeitungen an Rheinische Post – ohne Bieterwettbewerb
Aschendorff: Traditionsverlag verkauft Zeitungstitel an Rheinische Post Mediengruppe
Der 300 Jahre alte Verlag Aschendorff hat seine Zeitungstitel an die Rheinische Post Mediengruppe verkauft. Federführend bei dem Deal waren Benedikt und Eduard Hüffer, deren Familie das Unternehmen seit neun Generationen leitet. Anders als bei üblichen Verkäufen stand dabei nicht der höchste Preis im Mittelpunkt.
Die Hüffer-Brüder entschieden sich nach vertraulichen Gesprächen für die Rheinische Post – ohne das Verfahren für andere Bieter zu öffnen. Unternehmen wie Funke oder Mediahuis erhielten niemals die Gelegenheit, ein Angebot abzugeben. Stattdessen setzten die Verkäufer auf einen Käufer, dessen konservativ-liberale redaktionelle Linie zur Identität ihrer eigenen Blätter passt.
Betroffen von dem Verkauf sind bekannte Titel im Münsterland und in Ostwestfalen mit einer kombinierten verkauften Auflage von etwa 152.300 Exemplaren. Neben der politischen Ausrichtung legten die Hüffers Wert auf einen Partner, der sich zu gesellschaftlicher Verantwortung und dem Dialog mit Anspruchsgruppen bekennt. Finanzielle Interessen traten hinter diesen Werten zurück.
Bevor der Deal abgeschlossen werden kann, steht noch die Freigabe durch das Bundeskartellamt aus. Offene Fragen gibt es etwa dazu, ob die Rheinische Post den übernommenen Zeitungen eine gemeinsame überregionale oder regionale Mantelseite anbieten wird.
Der Verkauf markiert das Ende einer Ära für Aschendorff unter der langjährigen Führung der Familie Hüffer. Falls die Genehmigung erteilt wird, übernimmt die Rheinische Post die Titel – Details zur inhaltlichen Zusammenarbeit bleiben jedoch vorerst unklar. Die Betonung redaktioneller Werte statt maximaler Gewinne prägte den gesamten Verhandlungsprozess.






