18 March 2026, 06:12

Extremismus in sozialen Medien: Celle diskutiert über TikTok-Risiken für Jugendliche

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der muslimischen Amerikaner zeigt, die seit dem 11. September an gewaltsamem Extremismus beteiligt waren, mit begleitendem erklärendem Text.

Extremismus in sozialen Medien: Celle diskutiert über TikTok-Risiken für Jugendliche

Veranstaltung in Celle thematisiert wachsende Gefahr von Extremismus in sozialen Medien

Eine kürzliche Veranstaltung in Celle setzte sich mit dem zunehmenden Problem von Extremismus auf Social-Media-Plattformen auseinander. Organisiert vom Netzwerk zur Stärkung demokratischer Strukturen sollte die Veranstaltung aufzeigen, wie der alltägliche Gebrauch von Apps wie TikTok Nutzer:innen mit problematischen Inhalten konfrontieren kann. Jugendliche in Niedersachsen verbringen heute deutlich mehr Zeit auf diesen Plattformen als noch vor wenigen Jahren.

Unter dem Titel "Extremismus auf TikTok und anderen Plattformen" kamen Schüler:innen von drei lokalen Schulen zusammen: der KAV, dem Ernestinum und der OBS Welfenallee. Neunt- und Zehntklässler:innen analysierten ihre eigenen "Für-dich"-Seiten, um extremistische Strategien zu erkennen und zu verstehen, wie Algorithmen ihre Timelines prägen.

Am Nachmittag lag der Fokus auf Pädagog:innen, Sozialarbeiter:innen und Vertreter:innen aus der Gemeinde. Sie diskutierten über digitale Radikalisierung und Möglichkeiten, extremistischen Narrativen im Netz entgegenzuwirken. Der Medienpädagoge Sebastian Zollner erläuterte, wie die Plattformen funktionieren und mit welchen Methoden extremistische Gruppen ihre Botschaften verbreiten.

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Studien zeigen, dass die tägliche Nutzung von TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts bei 12- bis 17-Jährigen in Niedersachsen stark angestiegen ist. 2021 nutzten etwa 25 Prozent dieser Altersgruppe die Apps täglich – 2025 waren es bereits über 70 Prozent. Der stärkste Anstieg erfolgte während der Pandemie, doch auch danach trieb die algorithmusgesteuerte Empfehlungskultur die Nutzung weiter in die Höhe. Politische Inhalte auf diesen Plattformen verzichten oft auf verlässliche Quellen und setzen stattdessen auf emotionale Appelle und vereinfachte Argumentationsmuster.

Die Organisator:innen bedankten sich bei den Teilnehmenden für ihr engagiertes Mitwirken und die lebhaften Diskussionen. Bei weiteren Fragen kann man sich an die Polizeidirektion Celle wenden.

Die Veranstaltung unterstrich die Notwendigkeit eines kritischen Umgangs mit sozialen Medien. Schüler:innen und Fachkräfte haben nun ein besseres Verständnis dafür, wie extremistische Inhalte in alltäglichen Feeds auftauchen können. Das Netzwerk zur Stärkung demokratischer Strukturen plant, sich auch in zukünftigen Initiativen mit diesen Herausforderungen auseinanderzusetzen.

Quelle