18 March 2026, 14:07

537 Millionen Euro für Apotheken-Dienstleistungen bleiben ungenutzt – warum das System scheitert

Apotheken-Eingang mit einem "Apotheke"-Schild auf der linken Seite, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite, beleuchteten Lampen auf dem Dach und Hintergrundobjekten.

537 Millionen Euro für Apotheken-Dienstleistungen bleiben ungenutzt – warum das System scheitert

Ein Fonds in Höhe von 537 Millionen Euro, der für Deutschlands vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) vorgesehen ist, bleibt weitgehend ungenutzt. Apotheken kämpfen damit, diese Leistungen wirtschaftlich tragfähig zu gestalten – trotz wachsender Nachfrage nach einer Ausweitung ihrer Rolle im Gesundheitswesen. Branchenverbände fordern nun dringend Reformen, um ein Scheitern des Programms zu verhindern.

Deutsche Apotheken bieten seit Langem pDL-Leistungen an, etwa Risikobewertungen bei Bluthochdruck. Doch mehr als die Hälfte von ihnen macht mit diesen Checks Verluste, nur ein Drittel arbeitet kostendeckend oder erwirtschaftet Gewinne. Eine Studie der Freien Apothekerschaft bestätigt, dass viele pDL-Angebote die Kosten nicht decken und die Apotheken auf den Auslagen sitzen bleiben.

Der Deutsche Apothekerverband warnt, dass die aktuellen Vergütungssätze nicht haltbar seien. Zwar steigt die Abrechnung von pDL-Leistungen, doch die Nachfrage bleibt schwach. Zudem sehen sich Apotheken mit praktischen Hindernissen konfrontiert: Personalmangel, hoher bürokratischer Aufwand, Platzengpässe und Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen.

Eine Umwidmung der ungenutzten 537 Millionen Euro in die allgemeine Apothekenfinanzierung könnte das pDL-System weiter destabilisieren. Experten argumentieren, dass die strukturellen Grundlagen dieser Dienstleistungen ohne gezielte Anpassungen niemals greifen werden. Die Freie Apothekerschaft betont, dass Apotheken zwar das Fachwissen für die pDL-Leistungen besitzen, aber eine faire Vergütung benötigen, um sie erfolgreich umzusetzen.

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Die Politik steht nun unter Druck, die pDL-Vergütung zu reformieren, bevor das Programm ins Stocken gerät. Ohne Änderungen könnten Apotheken ihr Angebot zurückfahren – mit der Folge, dass Patienten weniger Versorgungsmöglichkeiten bleiben. Die ungenutzten Mittel zeigen: Das System braucht dringend eine Korrektur, um langfristig funktionsfähig zu sein.

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