25 April 2026, 22:14

Dresdens verbotene Kreativität: Wie die Obergraben-Presse die DDR-Kunst revolutionierte

Eine Zeichnung des Schlosshofs in Dresden, Deutschland, die eine Gebäude фасад mit zahlreichen Fenstern und Statuen auf der Oberseite zeigt, auf Papier skizziert mit etwas Text.

Dresdens verbotene Kreativität: Wie die Obergraben-Presse die DDR-Kunst revolutionierte

In den 1970er-Jahren blühte die Dresdner Untergrund-Kunstszene auf, geprägt von Persönlichkeiten wie Eberhard Göschel, Peter Herrmann und A.R. Penck. Ihre Zusammenarbeit führte zur Gründung der Dresdner Obergraben-Presse – einer einzigartigen Mischung aus Künstlerkollektiv, Druckwerkstatt, Verlag und Galerie. Die Arbeit der Gruppe war geprägt von künstlerischem Ehrgeiz und den Zwängen der Zeit.

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Die Wurzeln des Projekts reichen bis ins Jahr 1971 zurück, als Penck die Künstlervereinigung Lücke mitbegründete. Obwohl sie sich 1976 auflöste, blieb ihr Einfluss spürbar. Zu diesem Zeitpunkt verfeinerte Penck bereits seine Theorie Vom Untergrund ins Oberground, in der er untersuchte, wie Kunst den Weg von der Geheimhaltung zur öffentlichen Anerkennung finden konnte.

Herrmann besaß eine seltene italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908, die Bernhard Theilmann sorgfältig restaurierte. Diese Maschine wurde zum Zentrum ihrer Experimente. Jochen Lorenz, ein erfahrener Drucker und Freund der Gruppe, schloss sich ihnen an, nachdem er die Routineaufträge wie das Drucken von Fahrplänen sattgehabt hatte.

1976 wurden Göschel und Herrmann Teil der Arbeitsgruppe im Leonhardi-Museum. Zwei Jahre später zog Göschel in ein größeres Atelier um, wodurch eine Dreizimmerwohnung frei wurde. Dieser Raum entwickelte sich zum Mittelpunkt ihrer Druckversuche und künstlerischen Experimente.

Aus diesen Bemühungen entstand die Dresdner Obergraben-Presse, die traditionelle Techniken mit kühnen Ideen verband. Sie diente sowohl als Werkstatt als auch als Plattform für Ausstellungen und hinterließ bleibende Spuren in der kulturellen Landschaft der Stadt.

Die Presse war ein seltenes Hybrid aus Kreativität und Handwerk im Dresden der 1970er-Jahre. Ihr Erbe lebt weiter in den Drucken, Publikationen und Kooperationen, die sie hervorbrachte. Das Projekt spiegelte auch die Spannungen der Epoche wider, da die Künstler zwischen untergrundnahem Schaffen und dem Wunsch nach größerer Sichtbarkeit lavierten.

Quelle