Deutschlands harte Wende: Warum Asylsuchende jetzt an der Grenze abgewiesen werden
Christos SchwitalDeutschlands harte Wende: Warum Asylsuchende jetzt an der Grenze abgewiesen werden
Deutschlands Umgang mit Asylsuchenden hat sich seit Mai 2025 radikal gewandelt. Die Bundesregierung setzt nun auf konsequente Zurückweisungen an den Grenzen zu Österreich, Polen und der Schweiz. Diese Strategie stellt einen deutlichen Bruch mit den Vorjahren dar, als solche Maßnahmen allein von der rechtspopulistischen AfD gefordert wurden.
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zu 2024 drastisch gesunken. Besonders spürbar ist der Rückgang in Deutschland und Österreich, wo 2024 noch 80 Prozent aller syrischen Schutzberechtigten in der EU eine neue Heimat fanden. Der Migrationsforscher Gerald Knaus führt den Rückgang jedoch vor allem auf Entwicklungen in Syrien zurück – und nicht auf die Berliner Politik.
Knaus kritisiert die Grenzzurückweisungen trotz des hohen Aufwands als wirkungslos. Sie verstießen gegen EU-Recht und seien auf Dauer nicht tragfähig, so der Experte. Stattdessen habe die Regierung die Chance vertan, den Rückgang der Anträge für ein humanes, gesteuertes Migrationsmanagement zu nutzen.
Der Politikwechsel begann Mitte 2025, als die Behörden die Grenzkontrollen verschärften. Doch Knaus betont, dass diese Maßnahmen kaum spürbaren Einfluss auf die irreguläre Migration hätten.
Trotz sinkender Asylzahlen hält die Regierung an den Zurückweisungen fest – während Kritiker deren Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit infrage stellen. Die Debatte dreht sich nun darum, ob die aktuelle Linie die richtige Antwort ist. Knaus und andere plädieren für einen nachhaltigeren Ansatz, der im Einklang mit den EU-Regeln steht.






