18 March 2026, 00:20

Deutsche Regierung unter Druck: Warum sie die Iran-Angriffe nicht klar bewertet

Denkmappe mit dem Titel "Auswirkungen der Israel-Lobby jenseits der USA" mit Zweigen, die nach Regionen und Ländern einschließlich Israel, Palästina und dem Vereinigten Königreich beschriftet sind, begleitet von einer Legende.

Iran-Krieg: War es jetzt eine Verletzung internationalen Rechts oder nicht? - Deutsche Regierung unter Druck: Warum sie die Iran-Angriffe nicht klar bewertet

Der Druck auf die deutsche Regierung wächst wegen ihrer Zögerlichkeit, die Rechtmäßigkeit der jüngsten US-israelischen Angriffe auf den Iran zu bewerten. SPD-Außenpolitiker zeigen sich zunehmend frustriert und warnen, dass unklare Positionen zum Völkerrecht die globale Ordnung schwächen könnten. Die Debatte entzündet sich, während Berlins juristische Prüfung vergangener US-Operationen – darunter die Entführung Nicolás Maduros 2020 – weiterhin ungelöst bleibt.

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Bisher hat sich die Bundesregierung geweigert, die Angriffe von 2025 auf den Iran explizit als Verstöße gegen das Völkerrecht zu brandmarken. Stattdessen stellen Beamte das Thema als komplexes Dilemma dar und verweisen auf die eigenen Rechtsbrüche des Iran, lehnen aber gleichzeitig eine Billigung militärischer Maßnahmen ab – etwa eine NATO-Beteiligung in der Straße von Hormus. Experten wie Stefan Kornelius von der Süddeutschen Zeitung und der CDU-Politiker Johann Wadephul betonen, wie schwierig es sei, Bündnistreue und rechtliche Grundsätze in Einklang zu bringen.

Diese zurückhaltende Haltung steht im Kontrast zu früheren Reaktionen der Regierung. 2019 hatte Berlin Donald Trumps Plan, Grönland zu annektieren, umgehend als klaren Bruch internationaler Normen zurückgewiesen. Kritiker argumentieren nun, dass die aktuelle Zurückhaltung, die Angriffe auf den Iran – oder auch die US-Operation in Venezuela 2020 – zu verurteilen, ein Muster offenbare: Die transatlantischen Beziehungen würden systematisch über rechtliche Konsequenz gestellt.

Der SPD-Experte Nils Ahmetović fordert eine deutlichere Position und warnt, dass Europas Glaubwürdigkeit in der Unterstützung der Ukraine von einer geschlossenen Außenpolitik abhänge. Ohne klare völkerrechtliche Bewertungen riskiere Deutschland, seinen Einfluss in künftigen Konflikten zu untergraben, so Ahmetović. Die endgültige Haltung der Regierung könnte entscheiden, ob sie eine aktivere Rolle bei der Deeskalation übernimmt – oder unter Druck gerät, Partei ergreifen zu müssen.

Der Streit wirft ein Schlaglicht auf ein grundlegendes Spannungsfeld der deutschen Außenpolitik: Wie lassen sich rechtliche Prinzipien mit strategischen Bündnissen vereinen? Während die SPD mehr Klarheit einfordert, lässt die verzögerte Bewertung durch die Regierung Fragen über ihr künftiges Engagement im Iran-Konflikt offen. Die Entscheidung könnte zudem Präzedenzwirkung entfalten – und zeigen, wie Berlin künftig mit ähnlichen Krisen umgeht.

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