30 March 2026, 06:15

Dänemarks Apothekenmarkt zwischen Liberalisierung und wachsendem Konkurrenzdruck

Schwarzes und weißes Foto eines alten Apothekeninneren in New Orleans mit Hockern, Tischen mit Flaschen, Glasfenstern auf der rechten Seite und Text oben.

Dänemarks Apothekenmarkt zwischen Liberalisierung und wachsendem Konkurrenzdruck

Dänemarks Apothekenbranche im Wandel: Liberalisierung, Konsolidierung und neue Herausforderungen

Seit 2001 hat der dänische Apothekensektor tiefgreifende Veränderungen durchlaufen – hin zu einem stärker liberalisierten Markt. Statt traditionelle Apotheken zu stärken, setzte die Regierung auf mehr Wettbewerb, was zu einem Mix aus Wachstum und Konzentration führte. Heute steht das System vor neuen finanziellen Anforderungen und sich wandelnden Geschäftsmodellen.

Noch im Jahr 2001 gab es in Dänemark 220 Apothekenbesitzer, doch ihre Zahl ist seitdem um fast ein Fünftel auf 176 gesunken. Trotz weniger Inhaber ist die Gesamtzahl der Apotheken gestiegen, wobei viele schrumpfen mussten. Diese Verkleinerung schuf Raum für spontane Rezeptausgabestellen, die mit weniger Personal auskommen.

Auch die Struktur des Apothekenmanagements hat sich verändert. 2015 verwaltete ein Filialleiter im Schnitt 1,95 Standorte, 2024 sind es bereits 3,10. Gleichzeitig stieg die Zahl der Filialen – kleinerer Ausgabestellen für Rezepte – stark von 76 auf 301 an. Allerdings hat sich das Tempo der Neueröffnungen seit 2021 verlangsamt.

Diese Filialen unterliegen geringeren Auflagen und benötigen vor Ort nur pharmazeutisch-technisches Personal. Parallel dazu verbreiten sich rezeptfreie Verkaufsstellen und Medikamentenabholstationen rasant. Traditionelle Apotheken sehen sich zunehmend dem Konkurrenzdruck durch Einzelhandelsketten ausgesetzt, die nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel anbieten.

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Die Reformen hatten auch finanzielle Folgen: Apothekenbesitzer müssen in den nächsten 20 bis 30 Jahren 490 Millionen dänische Kronen (rund 66 Millionen Euro) als "sektorale Verpflichtung" zurückzahlen. Die Veränderungen stoßen auch international auf Interesse – so untersuchte Dr. Claus Pöhlmann in seiner Doktorarbeit, ob das dänische Modell auf Deutschland übertragbar wäre.

Heute vereint Dänemarks Apothekensektor weniger Besitzer mit mehr, oft kleineren und spezialisierteren Standorten. Die Ausweitung von Filialen und rezeptfreien Verkaufsstellen hat die Arzneimittelverteilung neu geordnet. Angesichts der bevorstehenden hohen Rückzahlungen passt sich das System weiterhin an die neue Wettbewerbslandschaft an.

Quelle