Böhmermanns provokante Kunstschau fordert Berlin mit Satire und Gesellschaftskritik heraus
Luka BoucseinBöhmermanns provokante Kunstschau fordert Berlin mit Satire und Gesellschaftskritik heraus
Eine provokante neue Ausstellung mit dem Titel "Die Möglichkeit der Unvernunft" hat im Berliner Haus der Kulturen der Welt ihre Pforten geöffnet. Konzipiert vom Satiriker Jan Böhmermann und seinem Kollektiv Royal, verbindet die Schau aufsehenerregende Kunst mit beißender Gesellschaftskritik. Vor dem Gebäude schwimmt eine aufblasbare Freiheitsstatue im Wasserbecken und gibt einen Vorgeschmack auf das, was die Besucher innen erwartet.
Am Eingang müssen die Gäste ihre Handys abgeben – eine Regel, die vollständiges Eintauchen erzwingt. Drinnen schmilzt eine lebensgroße Butterbüste des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl langsam unter den Galerielichtern. Daneben richtet sich ein Fernrohr auf einen strategisch platzierten Spiegel, der einen direkten Blick ins benachbarte Kanzleramt gewährt.
Alle 28 Minuten wird ein Stofftier von einer Schreddermaschine zerstört – es sei denn, jemand zahlt, um es zuvor zu fotografieren. KI-generierte Aktbilder des Politikers Friedrich Merz teilen sich den Raum mit einem inszenierten Einbürgerungstest, gespickt mit bürokratischem Absurditätstheater. Auch Souvenirs aus Böhmermanns TV-Vergangenheit sind zu sehen, darunter eine goldene Schallplatte, die ihm der Rapper Bushido einst überreichte.
Ursprünglich sollte der Musiker Chefket im Rahmen der Ausstellung auftreten, doch die Veranstalter sagten den Auftritt nach Antisemitismus-Vorwürfen ab. In den kommenden zwei Wochen werden stattdessen Künstler wie Domiziana, Mine, Ebow und Wa22ermann im Begleitprogramm auf der Bühne stehen.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. Oktober 2022 und fordert die Besucher mit einer Mischung aus Satire, Technologie und politischer Kritik heraus. Von schmelzenden Butterskulpturen bis hin zu KI-Kunst lädt jedes Werk zur Reflexion über Macht, Medien und die Absurdität der Unvernunft ein. Tickets sind noch erhältlich – für alle, die bereit sind, ihr Handy und vielleicht auch ihre Komfortzone an der Garderobe abzugeben.






