14 April 2026, 04:12

Barrierefreie Wohnungen in Deutschland: Warum 2,5 Millionen fehlen – und wer leer ausgeht

Ein detailliertes architektonisches Zeichnung eines Hauses mit zahlreichen Fenstern und einem Dach, das als erstes Haus in Deutschland gilt, begleitet von strukturellen Plänen und Text auf Papier.

Barrierefreie Wohnungen in Deutschland: Warum 2,5 Millionen fehlen – und wer leer ausgeht

Barrierefreier Wohnraum bleibt in Deutschland Mangelware – trotz wachsender Bemühungen, das Angebot zu verbessern. Derzeit fehlen bundesweit etwa 2,5 Millionen Wohnungen, die grundlegende Standards der Barrierefreiheit erfüllen. Während Städte wie Wiesbaden überdurchschnittlich abschneiden, bleiben die Herausforderungen für Mieter:innen und einkommensschwache Haushalte bestehen.

In Wiesbaden sind 18 Prozent der verfügbaren Wohnungen barrierefrei – und liegen damit über dem Bundesschnitt von 11,7 Prozent. Die Zahlen unterscheiden sich jedoch deutlich je nach Wohnungsart: 22,3 Prozent der Eigentumswohnungen erfüllen die Kriterien, bei Mietwohnungen sind es nur 13,6 Prozent. Diese Kluft zeigt, wie stark der Zugang von finanziellen Möglichkeiten abhängt: Käufer:innen stoßen auf weniger Hürden als Menschen, die auf Mietwohnungen angewiesen sind.

Die Unterschiede beschränken sich nicht auf Wiesbaden. In Paderborn sind über 30 Prozent der Angebote barrierefrei, was den Bewohner:innen mehr Optionen bietet. In Städten wie Gelsenkirchen, Chemnitz und Zwickau hingegen erfüllen weniger als 4 Prozent der Wohnungen diese Standards. Selbst wenn stufenlose Wohnungen existieren, können hohe Einstiegshürden – sowohl im wörtlichen als auch im finanziellen Sinne – den Zugang für viele erschweren.

Politiker:innen, Wirtschaftsvertreter:innen und zivilgesellschaftliche Gruppen fordern nun eine stärkere Verankerung der Barrierefreiheit im Wohnungsbau. Im Mittelpunkt der Debatten stehen Selbstständigkeit, Sicherheit und Lebensqualität für alle Bewohner:innen. Doch der Fortschritt bleibt ungleich: Die meisten Verbesserungen kommen Eigentümer:innen zugute, während Mieter:innen oft leer ausgehen.

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Der deutsche Wohnungsmarkt kommt bei der Barrierefreiheit nach wie vor nicht hinterher – mit einem Defizit von 2,5 Millionen geeigneten Wohnungen. Zwar weisen Städte wie Wiesbaden und Paderborn eine höhere Verfügbarkeit auf, doch insgesamt profitieren vor allem wohlhabendere Käufer:innen. Ohne grundlegende Veränderungen werden viele Menschen weiterhin auf Hindernisse stoßen, die ein selbstbestimmtes Leben erschweren.

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