26 April 2026, 00:24

Antifaschistische Aktivist:innen wehren sich gegen rechtes Portal Nius in Berlin-Kreuzberg

Große Menschenmenge protestiert vor einem Gebäude, hält Schilder und Fahnen gegen ein Regierungsinternetverbot in Frankreich, mit Bäumen und Fenstern im Hintergrund unter einem klaren Himmel.

Antifaschistische Aktivist:innen wehren sich gegen rechtes Portal Nius in Berlin-Kreuzberg

Aktivistinnen und Aktivisten gegen Faschismus versammelten sich in Berlins Kreuzberg, um Informationsveranstaltung gegen rechtes Medium "Nius" zu schützen

Am Samstag trafen sich antifaschistische Aktivistinnen und Aktivisten im Berliner Stadtteil Kreuzberg, um eine Informationsveranstaltung über Nius abzusichern – eine rechtsextreme Medienplattform, die für rassistische Hetze und spalterische Rhetorik bekannt ist. Die Veranstalter hatten mit möglichen Störungen gerechnet, da sie Infiltrationen durch Mitarbeiter des Portals befürchteten. Trotz der angespannten Lage zog die Veranstaltung im Dragonerareal rund 250 Menschen an, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten.

Im Mittelpunkt stand die Enthüllung von Nius als Sprachrohr für rassistische Klischees und gesellschaftliche Spaltung. Rednerinnen und Redner bezeichneten das Portal als "digitale Pranger" und "Schmutzkübel", der gezielt marginalisierte Gruppen angreift. Besonders brisant: Berichte, wonach Nius-Mitarbeiter unter falscher Identität in aktivistische Kreise eingedrungen seien, um heimlich Teilnehmer zu filmen. Eine Teilnehmerin des Bündnisses Widersetzen berichtete, wie sich ein Nius-Redakteur unter Vortäuschung falscher Tatsachen ihrer Gruppe angeschlossen habe.

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Vertreter des linksalternativen Unrast-Verlages schilderten aggressive Belästigungen durch Nius-Mitarbeiter, darunter aufdringliche Filmaufnahmen. Die Plattform wird vom Multimillionär Frank Gotthardt finanziert, der enge Verbindungen zur CDU pflegt, und steht wegen ihrer konfrontativen Methoden in der Kritik. Trotz geringer Reichweite – Nius schafft es nicht in die Top 100 der deutschen Onlinemedien und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro – hatte das Portal die Veranstaltung massiv beworben, während es oppositionelle Stimmen pauschal als "linksextrem" und "steuerfinanziert" abtat.

Die Diskussionen weiteten sich auf übergeordnete Themen aus, etwa die Gefahren von KI-Sprachmodellen und die Rolle sozialer Medien bei der Aushöhlung gemeinsamer Wahrheiten. Guido Arnold vom technikkritischen Kollektiv capulcu warnte, rechtsextreme Gruppen nutzten diese Tools gezielt zur Verbreitung von Falschinformationen. Zum Abschluss appellierten die Redner an den zivilgesellschaftlichen Widerstand und betonten Solidarität, Mobilisierung und Gegenwehr gegen rechtsextreme Medien sowie Tech-Konzerne.

Die Veranstaltung endete ohne größere Zwischenfälle, doch die Organisatoren blieben wachsam. Die Teilnehmer verließen den Ort mit dem Vorhaben, den Widerstand gegen Nius und ähnliche Plattformen zu verstärken. Die Zusammenkunft unterstrich die anhaltenden Spannungen zwischen antifaschistischen Gruppen und rechtsextremen Medien in Deutschland.

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