16 March 2026, 22:15

Abschied vom Zierfisch-Neon: Berlins Kultschild verschwindet im Dunkeln

Eine Vintage-Postkarte mit mehreren Bildern von Berlin, darunter Architektur, Vegetation und eine Statue, mit handgeschriebener Text.

Abschied vom Zierfisch-Neon: Berlins Kultschild verschwindet im Dunkeln

Berlins ikonisches Zierfisch-Neonschild – 40 Jahre lang Wahrzeichen am Frankfurter Tor – ist abgebaut worden. Die Buchstaben gehören nun dem Berliner Buchstabenmuseum, das am Montag aufgrund finanzieller Schwierigkeiten seine Türen schließt. Gründerin Barbara Dechant und ihr Team suchen nach Wegen, um die Sammlung zu bewahren.

Das Zierfisch-Schild erschien erstmals in den frühen 1980er-Jahren, eine Replik wurde um 1999 installiert. Jahrzehntelang erleuchtete es das märchenhaft anmutende Hochhaus am Frankfurter Tor in Friedrichshain. Nun demontiert, haben die Buchstaben ihren Platz in der Museumssammlung mit 3.500 Neonröhren-Stücken gefunden, die die Designgeschichte Berlins, der DDR und Deutschlands insgesamt dokumentieren.

Das Berliner Buchstabenmuseum stützte sich bisher auf Dechants Führung und einen Verein mit 120 Mitgliedern, darunter der Schriftgestalter Lucas de Groot. Doch seit der Pandemie sind die Besucherzahlen um die Hälfte eingebrochen, während Energie- und Betriebskosten stiegen. Ohne ausreichende Finanzierung wird das Museum seinen aktuellen Standort bis Jahresende schließen müssen.

Dechant lotet Möglichkeiten aus, um die Sammlung zugänglich zu halten. Sie hofft, Lagerraum und eine Partnerinstitution zu finden, die die Buchstaben – ganz oder teilweise – ausstellen könnte. Ziel ist es, die Schilder der Öffentlichkeit zu erhalten und damit ein Stück der visuellen Stadtgeschichte zu bewahren.

Bisher steht jedoch kein neuer Standort fest, und die Zukunft der gesamten Sammlung bleibt ungewiss.

Die Schließung lässt das Schicksal von 3.500 Neonbuchstaben in der Schwebe – darunter auch das Zierfisch-Schild. Dechants Team sucht weiter nach Lösungen für Lagerung und Präsentation. Ohne zusätzliche Unterstützung drohen die kulturellen und historischen Artefakte des Museums für die Öffentlichkeit verloren zu gehen.

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