23 March 2026, 20:27

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland

Frauen in grünen T-Shirts bei einer Demonstration, die weiße Schilder halten, mit vielen anderen Mädchen im Hintergrund.

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland

Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt in Deutschland vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Unterhalterinnen, Aktivistinnen und Künstlerinnen, die sich gemeinsam für dringende rechtliche und gesellschaftliche Reformen einsetzen. Ihre Forderungen umfassen digitale Gewalt, Gesetze zur sexuellen Einwilligung sowie schärfere Strafen für geschlechtsspezifische Straftaten.

Zu den bekannten Unterstützerinnen zählen SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Co-Vorsitzende der Grünen Franziska Brantner und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Auch die Fernsehmoderatorin Carolin Kebekus, die Schauspielerin Veronica Ferres und die Musikerin Nina Chuba beteiligen sich an der Kampagne. Gemeinsam fordern sie sofortiges Handeln – von digitaler Belästigung bis hin zu körperlicher Gewalt.

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Ein zentrales Anliegen ist die Einführung von "Femizid" als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Recht. Die Initiative verlangt zudem ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", die Menschen auf Fotos ohne deren Zustimmung entkleiden. Der Plan sieht außerdem vor, nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfake-Inhalte unter Strafe zu stellen.

Das Bündnis drängt auf ein Digitales Schutzgesetz, das sicherstellt, dass schädliches Material schnell entfernt und Täter identifiziert werden. Ein weiterer zentraler Vorschlag ist die Einführung eines "Nur-Ja-heißt-Ja"-Modells in der Sexualstrafrechtgebung, bei dem nur eine explizite Zustimmung als Einwilligung gilt.

Während die Bundesregierung auf die Initiative bisher noch nicht direkt reagiert hat, arbeitet Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) an einem Gesetzesentwurf zum Schutz vor digitaler Gewalt, der im Frühjahr vorgelegt werden soll. Dieser zielt zwar auf Deepfakes und Online-Belästigung ab, doch bleibt unklar, ob er die Forderungen des Bündnisses vollständig aufgreift. Zudem verpflichtet eine bestehende EU-Richtlinie Deutschland, das nicht einvernehmliche Teilen von Nacktaufnahmen bis 2027 unter Strafe zu stellen.

Der Zehn-Punkte-Plan stellt einen koordinierten Vorstoß einflussreicher Frauen dar, um den rechtlichen Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt neu zu gestalten. Sollten die Vorschläge umgesetzt werden, würden sie strengere Regeln zu digitaler Gewalt, Einwilligung und Femizid einführen. Die nächsten Schritte der Regierung werden zeigen, wie viele dieser Forderungen Gesetz werden.

Quelle