07 April 2026, 00:17

1.200 Euro Strafe für homophobe Beleidigungen und körperliche Attacke

Schwarzer Hintergrund mit fetter weißer Schrift, die "Es gibt keinen Platz für Hass in Amerika" von Präsident Joe Biden zitiert.

1.200 Euro Strafe für homophobe Beleidigungen und körperliche Attacke

Ein deutsches Gericht hat einen Mann zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt, weil er in einer öffentlichen Auseinandersetzung homophobe Beleidigungen und Drohungen geäußert hatte. Der Vorfall, der sich vor Zeugen ereignete, umfasste auch eine handgreifliche Auseinandersetzung, die von Überwachungskameras aufgezeichnet wurde. Die Richterin betonte, dass ein solches Verhalten in der Gesellschaft nicht toleriert werde.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand Michael W., der einräumte, Tibor P. wegen dessen Lackschuhen beleidigt zu haben. Während der Verhandlung entschuldigte er sich leise und mit verwascener Stimme: "Ich kann nicht erklären, was passiert ist. Aber ich möchte mich dafür entschuldigen." Tibor P. nahm die Entschuldigung an und erwiderte: "Danke. Ich wäre froh, wenn Sie so etwas nie wieder tun würden."

Michael W. bestritt zwar die Vorwürfe der Körperverletzung, doch die Videoaufnahmen zeigten eine kurze körperliche Konfrontation. Eine zufällige Passantin griff ein, um die Situation zu entschärfen, und wurde dafür von der Richterin für ihr schnelles Handeln gelobt. Das Gericht verwies darauf, dass es sich nicht um seinen ersten Verstoß handele – zuvor war er bereits wegen Beleidigung von Polizeibeamten und Widerstands gegen die Staatsgewalt verurteilt worden.

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Die Richterin hob die Schwere der Beleidigung hervor und stellte klar, dass diese sich gegen die sexuelle Orientierung von Tibor P. richtete. "Das ist etwas, das wir in unserer Gesellschaft nicht wollen", sagte sie. Das Urteil fällt in eine Zeit, in der Deutschland einen deutlichen Anstieg queerenfeindlicher Hasskriminalität verzeichnet: Im vergangenen Jahr wurden 2.048 Fälle registriert – ein Zehnfaches im Vergleich zu 2010.

Michael W. muss die Strafe in 150 Tagessätzen begleichen. Die Verurteilung sendet ein klares Signal über die rechtlichen Konsequenzen von Hassrede und öffentlichen Bedrohungen. Während Michael W. die finanzielle Sanktion tragen muss, trägt der Fall zu wachsenden Sorgen über zunehmende Diskriminierung bei. Offizielle Statistiken zeigen, dass queerenfeindliche Vorfälle bundesweit weiter ansteigen.

Quelle