08 June 2026, 14:13

Zuckergehalt in Kindergetränken steigt – trotz angeblicher Reduktion in Erfrischungsgetränken

Wie das Landwirtschaftsministerium Schön die Zuckerfortschritte Berechnet Hat

Zuckergehalt in Kindergetränken steigt – trotz angeblicher Reduktion in Erfrischungsgetränken

Ein neuer Bericht offenbart widersprüchliche Daten zum Zuckergehalt in deutschen Erfrischungsgetränken. Während die Regierung einen Rückgang um 15 Prozent zwischen 2018 und 2024 behauptet, zeigen interne Erkenntnisse einen deutlich geringeren Rückgang. Gleichzeitig ist der Zuckeranteil in Getränken, die speziell an Kinder vermarktet werden, im selben Zeitraum stark angestiegen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte einen Rückgang des Zuckergehalts in Erfrischungsgetränken um 15 Prozent über fünf Jahre verkündet. Ein interner Ministeriumsbericht bestätigte später jedoch nur eine Verringerung um 9,1 Prozent. Die Diskrepanz ergab sich daraus, dass die 15-Prozent-Angabe lediglich eine Auswahl marktrelevanter Getränke umfasste – nicht jedoch das gesamte untersuchte Sortiment. Das Max Rubner-Institut, eine bundeseigene Forschungseinrichtung, wies zudem auf Unsicherheiten in den Daten hin, die auf Veränderungen der Stichprobengrößen und Methodik zurückzuführen sind.

In der eigenen Zusammenfassung des Ministeriums fanden sich keine nennenswerten Veränderungen beim Zuckergehalt zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke zwischen 2018 und 2024. Dennoch wiesen Getränke mit kindgerechter Verpackung 2024 einen um 23 Prozent höheren Zuckeranteil auf als noch 2019 – ein deutlicher Kontrast zum allgemeinen Trend.

Als Reaktion darauf hat die Regierung eine neue Zuckersteuer vorgeschlagen, die ab 2028 gelten soll. Von der Abgabe ausgenommen wären Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Bei einem Gehalt von fünf bis acht Gramm würde ein Aufschlag von 26 Cent pro Liter fällig, während stark zuckerhaltige Getränke mit 32 Cent zusätzlich belastet würden. Die Steuer soll jährlich etwa 450 Millionen Euro einbringen. Doch die Zucker- und Getränkeindustrie lehnt die Pläne vehement ab.

Ziel der geplanten Steuer ist es, den Zuckerkonsum zu reduzieren. Ihr Erfolg hängt jedoch davon ab, ob der Widerstand der Branche überwunden werden kann. Die offiziellen Angaben zur Zuckerverringerung bleiben umstritten – besonders problematisch ist der deutliche Anstieg bei kindgerechten Produkten. Wie wirksam die Maßnahme sein wird, zeigt sich erst nach ihrer Einführung im Jahr 2028.

Quelle