03 April 2026, 08:12

ZDK attackiert EU-Plan zur Fahrzeugkennzeichnung als praxisfern und überzogen

Etikett mit der Bezeichnung eines Automodells am Fahrzeugheck.

ZDK attackiert EU-Plan zur Fahrzeugkennzeichnung als praxisfern und überzogen

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat einen neuen EU-Plan für standardisierte Fahrzeugkennzeichnung scharf kritisiert. Nach Ansicht des Verbands würde der Vorschlag der Europäischen Kommission für Händler erhebliche praktische Probleme schaffen und gleichzeitig die Transparenz für Käufer nicht verbessern. Der ZDK argumentiert, dass die Ausweitung strenger Kennzeichnungsregeln auf Gebrauchtwagen zu weit gehe und zentrale technische Herausforderungen ignoriere.

Die Europäische Kommission möchte die bestehende Richtlinie 1999/94/EG durch aktualisierte Vorschriften zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen ersetzen. Die neuen Regeln würden eine einheitliche Kennzeichnung für Neu- und Gebrauchtfahrzeuge vorschreiben. Doch der ZDK warnt, dass dieser Ansatz – insbesondere bei älteren Gebrauchtwagen – undurchführbar sei.

Viele Gebrauchtfahrzeuge wurden ursprünglich nach dem veralteten NEDC-Standard zertifiziert, während neuere Modelle den strengeren WLTP-Messverfahren unterliegen. Händlern fehlen jedoch die Mittel, um zwischen diesen Systemen umzurechnen – eine genaue Kennzeichnung sei daher unmöglich. Zudem weist der ZDK darauf hin, dass viele Gebrauchtwagen nachgerüstet wurden, sodass keine verlässlichen Verbrauchsangaben mehr vorlägen.

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In einem acht Punkte umfassenden Positionspapier fordert der Verband, die Kennzeichnungspflicht auf Neufahrzeuge zu beschränken. Zudem lehnt er verpflichtende Angaben zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos ab, da solche Anforderungen praxisfremd seien. Darüber hinaus pocht der ZDK auf klare Regelungen, wer für die Einhaltung verantwortlich ist – Hersteller, Online-Plattformen oder Händler – und verlangt eine einheitliche Marktaufsicht in der gesamten EU.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn hat das Bundeswirtschaftsministerium zum Eingreifen aufgefordert. Er warnte, der aktuelle Entwurf führe zu rechtlichen und praktischen Komplikationen, ohne Verbrauchern einen Nutzen zu bringen. Bisher haben sich noch keine EU-Mitgliedstaaten offiziell zu den geplanten Änderungen geäußert, da keine relevanten Details veröffentlicht wurden.

Die Kritik des ZDK zeigt die Kluft zwischen den Ambitionen der Kommission und den Realitäten des Gebrauchtwagenmarkts. Würden die neuen Regeln umgesetzt, müssten Händler Daten liefern, die sie nicht zuverlässig beschaffen können. Über das weitere Schicksal des Vorschlags wird nun in Brüssel verhandelt – die Branche drängt auf eine praxisnähere Lösung.

Quelle