Wolfsangriff in Schwanewede: Schäfer gibt nach Herden-Drama auf
Wolfsrudel reißt fast gesamte Schafherde in Schwanewede – Halter verzweifelt
Ein Wolfsrudel hat in Schwanewede fast eine gesamte Schafherde gerissen und den Besitzer in tiefe Verzweiflung gestürzt. Der Hobby-Schäfer Karsten Bode entdeckte den Großteil seiner mehr als 20 Tiere mit schweren Bisswunden, vor allem im Halsbereich. Es ist bereits der zweite derartige Angriff in der Region innerhalb von nur drei Wochen.
Aufmerksam wurden Bode und seine Nachbarn durch ungewöhnliche Geräusche. Als er die Koppel erreichte, dachte er zunächst, die Schafe würden ruhen. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass sie von den Wölfen angegriffen worden waren – viele wiesen tiefe Halsverletzungen auf.
Die Umzäunung war eigentlich gut gesichert: Ein 1,70 Meter hoher Stahlzaun, 60 Zentimeter tief im Boden verankert, mit Stacheldraht versehen und unter 10.000 Volt Strom gesetzt. Doch selbst diese Vorkehrungen hielten die Wölfe nicht auf. Der Tierarzt Dr. Hinrich Horstmann musste drei Schafe aufgrund ihrer schweren Verletzungen sofort einschläfern. Weitere werden voraussichtlich folgen.
Bode alarmierte die Behörden, doch die Reaktion ließ zu wünschen übrig: Es dauerte Stunden, bis jemand vor Ort war. Eine Entschädigung wurde verweigert, da der Zaun nicht vollständig den Vorschriften entsprach. In der Nähe lagernde Camper ahnten nichts von dem Angriff – wären sie näher gekommen, wären sie dem Rudel möglicherweise begegnet.
Angesichts der Folgen haben Bode und seine Frau beschlossen, die Schafzucht aufzugeben. Die überlebenden Tiere wurden aus Sicherheitsgründen in einen Stall gebracht.
Der Angriff zwingt das Paar, seine Herde aufzulösen und damit jahrelange Schafhaltung zu beenden. Ohne finanzielle Unterstützung und mit strengen Zaunvorgaben steht ihnen nun der Verlust ihrer gesamten Viehzucht bevor. Die Behörden haben die wachsende Sorge über Wolfsangriffe in der Region bisher nicht ausreichend adressiert.






