19 June 2026, 18:08

Wolfenbüttel setzt umstrittenen Fahrradschnellweg nach Braunschweig durch

Schnellstraße für Radfahrer trotz Finanzkrise? Wolfenbüttel trifft Entscheidung

Wolfenbüttel setzt umstrittenen Fahrradschnellweg nach Braunschweig durch

Der Stadtrat von Wolfenbüttel hat beschlossen, den geplanten Fahrradschnellweg nach Braunschweig wie vorgesehen voranzutreiben. Trotz massiver Kritik aus einigen politischen Lagern wegen der Kosten und der erwarteten Nutzung wird das Projekt nun umgesetzt. Die Debatten zeigten dabei sowohl finanzielle Bedenken als auch unterschiedliche Auffassungen zur Radverkehrsinfrastruktur auf.

Der geplante Fahrradschnellweg soll 1,365 Millionen Euro kosten. Die Fraktionen von CDU und FDP halten die Ausgaben für nicht tragbar und verweisen auf das aktuelle Haushaltsdefizit der Stadt in Höhe von 19 Millionen Euro. Rudolf Ordon von der FDP hinterfragte die Notwendigkeit der Strecke und verwies auf aktuelle Erhebungen, wonach der bestehende Radweg werktags lediglich von durchschnittlich 367 Radfahrern genutzt wird.

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Die Stadtverwaltung hingegen prognostiziert nach Fertigstellung des Schnellwegs bis zu 2.000 tägliche Fahrten. Ralf Achilles von der SPD unterstützte das Vorhaben und betonte, es sorge für eine gerechte Behandlung aller Verkehrsteilnehmer. Der Grünen-Politiker Leonhard Pröttel warf der CDU vor, mit populistischen Prioritäten lokale Radwegreparaturen über regionale Verbindungen zu stellen.

Manfred Wolfrum von der AfD sprach sich dafür aus, das Projekt zu stoppen, um stattdessen Mittel für innerstädtische Radverbindungen freizumachen. Nach der Debatte stimmte der Rat schließlich für die Umsetzung des Fahrradschnellwegs. Die Entscheidung bedeutet, dass der 1,365 Millionen Euro teure Radweg nun gebaut wird. Befürworter erwarten dadurch eine deutliche Zunahme des Radverkehrs zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig, während Kritiker die Kosten und die tatsächliche Auslastung weiterhin infrage stellen.

Quelle