31 May 2026, 20:14

Wirtschaftseliten streiten über AfD-Kooperation und spalten die deutsche Debatte

Wirtschaft streitet über die Behandlung der AfD

Wirtschaftseliten streiten über AfD-Kooperation und spalten die deutsche Debatte

In der deutschen Wirtschaftswelt entbrennt eine hitzige Debatte über die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD). Während einige Unternehmer das langjährige Bollwerk der Ächtung – also die Weigerung, mit der Partei zusammenzuarbeiten – aufbrechen wollen, lehnen große Wirtschaftsverbände dies weiterhin entschieden ab. Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob eine Annäherung an die AfD der politischen und wirtschaftlichen Zukunft des Landes nützen oder schaden würde.

Caspar Brockhaus, Chef der Brockhaus Group, gehört zu den lautstärksten Kritikern der bisherigen politischen Haltung. Er argumentiert, die Isolation der AfD ersticke den wirtschaftlichen Fortschritt und schwäche Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit. Sollte die regierende Koalition es nicht schaffen, das Wachstum anzukurbeln, plädiert Brockhaus dafür, neue demokratische Bündnisse in Betracht zu ziehen – eine mögliche Öffnung gegenüber der AfD inklusive.

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Wolfgang Grupp, Geschäftsführer des Bekleidungsherstellers Trigema, teilt diese Position. Er bezeichnet den Ausschluss der AfD als undemokratisch und fragt, warum eine Partei mit beträchtlicher Wählerunterstützung von Gesprächen ausgeschlossen werden solle. Die Unternehmerin Sarna Rößer pflichtet ihm bei und nennt die Ächtungspolitik ein „arrogantes Manöver“ der etablierten Parteien, die sich weigerten, auf die veränderte öffentliche Meinung einzugehen.

Doch der Widerstand in den führenden Wirtschaftsverbänden bleibt massiv. Dirk Jandura, Präsident des Bundesgroßhandel-, Außenhandel-, Dienstleistungs-Verbands (BGA), besteht darauf, dass die AfD zunächst jeden Extremismus ablegen müsse, bevor über Gespräche nachzudenken sei. Rainer Dulger, Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), lehnt eine Zusammenarbeit mit extremistischen Parteien kategorisch ab und warnt vor Risiken für die Stabilität. Franz-Olaf Kallerhoff, Präsident des Markenverbands, ergänzt, dass eine Kooperation mit der AfD die soziale Marktwirtschaft in Deutschland gefährden könnte.

Die Spaltung unter den Wirtschaftseliten spiegelt die größeren Spannungen um die Rolle der AfD in der deutschen Politik wider. Während die einen eine Annäherung als pragmatischen Schritt betrachten, sehen die anderen darin ein gefährliches Zugeständnis. Wie diese Debatte ausgeht, könnte in den kommenden Jahren sowohl die Wirtschaftspolitik als auch die politische Landschaft des Landes prägen.

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