Wie internationale Studierende Deutschland 7,36 Milliarden Euro einbringen könnten
Christos SchwitalWie internationale Studierende Deutschland 7,36 Milliarden Euro einbringen könnten
Deutschland könnte Milliarden gewinnen, indem es mehr internationale Studierende anzieht – selbst ohne Studiengebühren. Eine neue Studie zeigt, dass diese Studierenden langfristige wirtschaftliche Vorteile bringen, die ihre anfänglichen Kosten bei Weitem übersteigen. Während viele europäische Länder ausländische Studierende zur Kasse bitten, setzt Deutschland in den meisten Regionen auf einen anderen Ansatz.
Die meisten europäischen Staaten erheben Sondergebühren für internationale Studierende. Baden-Württemberg verlangt etwa von Nicht-EU-Studierenden 1.500 Euro pro Semester. Sachsen hat einen ähnlichen Gesetzesentwurf vorgelegt, der jedoch eine Rückzahlungsoption für diejenigen vorsieht, die nach ihrem Abschluss in der Region bleiben und arbeiten.
Eine Untersuchung des IW-Wirtschaftsinstituts ergibt, dass jede Gruppe von 1.000 Erstsemester-Studierenden aus dem Ausland der deutschen Wirtschaft über 44 Jahre hinweg 620 Millionen Euro einbringt. Allein der Jahrgang 2022 wird voraussichtlich einen öffentlichen Überschuss von 7,36 Milliarden Euro erwirtschaften. Zwar geben deutsche Steuerzahler etwa 11.000 Euro pro Jahr für die Ausbildung jedes ausländischen Studierenden aus, doch die langfristigen Erträge übersteigen die Investitionen bei Weitem.
Das Land steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen, darunter ein mögliches verlorenes Jahrzehnt bei der realen Wirtschaftsleistung. Experten warnen, dass zur Aufrechterhaltung einer stabilen Erwerbsbevölkerung bis 2035 eine Nettozuwanderung von 400.000 Menschen pro Jahr notwendig wäre. Die Öffnung der Hochschulen für mehr internationale Studierende könnte helfen, diese Lücke zu schließen, indem junges Fachpersonal für qualifizierte Ausbildungen gewonnen wird.
Internationale Studierende bieten Deutschland eine Möglichkeit, die Wirtschaft zu stärken, ohne Vorabkosten zu verursachen. Ihre langfristigen Beiträge könnten helfen, den Fachkräftemangel auszugleichen und die gesamtwirtschaftliche Leistung zu steigern. Die Debatte über Studiengebühren dauert an, doch die finanziellen Vorteile ausländischer Studierender lassen sich zunehmend nicht mehr ignorieren.






