VW-Werk Osnabrück könnte künftig Komponenten für Israels Iron Dome bauen
Christos SchwitalVW-Werk Osnabrück könnte künftig Komponenten für Israels Iron Dome bauen
Volkswagen führt Gespräche mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael über eine Umnutzung seines Werks in Osnabrück. Die Produktionsstätte, in der derzeit das VW T-Roc Cabrio gefertigt wird, könnte bald Komponenten für das Luftabwehrsystem Iron Dome herstellen. Der Schritt erfolgt, nachdem frühere Pläne zur Umwidmung des Standorts gescheitert waren und dessen Zukunft damit ungewiss blieb.
Das Osnabrücker Werk beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter, steht jedoch vor der Schließung bis Mitte 2027, da VW die Produktion des T-Roc Cabrios einstellt. Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hatte zunächst erwogen, den Standort zu übernehmen, um dort sechsrädrige gepanzerte Fahrzeuge zu bauen. Diese Pläne wurden jedoch verworfen, sodass die Zukunft der Fabrik weiterhin offen war.
Rafael, eines der größten Rüstungsunternehmen Israels mit einem Umsatz von knapp 4,3 Milliarden Euro im Jahr 2024, sieht in Deutschland nun einen idealen Produktionsstandort. Ausschlaggebend waren die starke Ingenieurstradition des Landes sowie die unterstützende Haltung der Bundesregierung gegenüber Israel. Im Rahmen der geplanten Vereinbarung würde das Osnabrücker Werk schwere Lkw und Startrampe für das Iron-Dome-System fertigen.
Laut den Verhandlungen könnten die meisten, wenn nicht sogar alle Arbeitsplätze am Standort erhalten bleiben. Bei einer Einigung könnte die Produktion innerhalb von 12 bis 18 Monaten anlaufen. Zwar hat noch keine europäische Regierung konkrete Bestellungen für das Iron-Dome-System bestätigt, doch zeigen Länder wie Deutschland, Polen und Rumänien seit Russlands Angriff auf die Ukraine verstärkt Interesse an der Stärkung ihrer Luftverteidigung.
Die mögliche Partnerschaft mit Rafael bietet dem Osnabrücker Werk eine Rettungsperspektive nach den jüngsten finanziellen Schwierigkeiten von VW und gescheiterten Übernahmeversuchen. Sollte der Deal zustande kommen, würde sich der Fokus der Fabrik von der Automobilproduktion hin zur Rüstungsfertigung verlagern. Gleichzeitig könnte Deutschland damit zu einem zentralen Lieferanten für Komponenten der Raketenabwehr in Europa aufsteigen.






