VW-Vorstand kassiert 2017 Rekordgehälter – und löst hitzige Debatte aus
Klaus-Dieter StahrVW-Vorstand kassiert 2017 Rekordgehälter – und löst hitzige Debatte aus
VW-Vorstand erhält 2017 deutlich höhere Gehälter – Debatte über Managerbezüge entfacht
Die Bezüge des Volkswagen-Vorstands stiegen 2017 deutlich an. Die Gesamtvergütung belief sich auf rund 50,3 Millionen Euro – ein Plus gegenüber den 39,5 Millionen Euro im Vorjahr. Die Erhöhung löste in Deutschland eine breite Diskussion über Managergehälter aus.
Konzerchef Matthias Müller erhielt 2017 insgesamt über 10,1 Millionen Euro, nach 7,25 Millionen Euro im Jahr 2016. Sein Festgehalt lag bei etwa 9,5 Millionen Euro, ohne Boni und Pensionsrückstellungen. Damit führte er die Liste der bestverdienenden Führungskräfte im Unternehmen an.
Die Gehaltserhöhungen erfolgten, nachdem Volkswagen 2017 sein Vergütungssystem für den Vorstand reformiert hatte. Die neuen Regeln begrenzen das Gehalt des Vorstandsvorsitzenden auf maximal 10 Millionen Euro, für andere Vorstandsmitglieder gilt eine Obergrenze von 5,5 Millionen Euro. Zudem wurden strengere leistungsabhängige Bonusregelungen eingeführt, die die Prämien an künftige Geschäftsergebnisse knüpfen.
Müller verteidigte die hohen Bezüge und argumentierte, sie spiegelten die wirtschaftliche Bedeutung des Konzerns sowie die persönlichen Risiken der Position wider. Die Führung eines Großunternehmens berge erhebliche rechtliche Haftungsrisiken, so Müller: „In diesem Job hat man immer einen Fuß im Gefängnis.“ Die Debatte um die Gehälter bezeichnete er als typisch deutsches Phänomen.
Die Kritik nahm weiter zu, nachdem Verkehrsminister Andreas Scheuer und Bundeskanzlerin Angela Merkel die Gehaltserhöhungen öffentlich scharf verurteilten.
Trotz der neuen Vergütungsstruktur mit Obergrenzen und strengeren Bonusregeln stiegen die Gesamtbezüge der VW-Führungskräfte 2017 deutlich an. Die Diskussion über Managergehälter in Deutschland hielt unter politischem und öffentlichem Druck weiter an.
